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Forst

Wie "Vater Staat" beim Waldumbau hilft

von , am
12.06.2013

Private Waldbesitzer können bei verschiedenen waldbaulichen Maßnahmen eine finanzielle Unterstützung einwerben - aus Töpfen der EU, des Bundes und des Landes Niedersachsen.

Nach dem Weichen des geschädigten Fichtenbestandes ist innerhalb weniger Jahre eine ansehnliche Mischkultur herangewachsen. © Kaufmann

Die trockenen Frühjahre und Sommer der vergangenen Jahre haben Spuren hinterlassen. Vielerorts mussten abgängige Fichtenbestände vorzeitig genutzt werden. Für die anschließende Neubepflanzung dieser Flächen wurden Waldumbauten in großer Zahl gefördert.

Förderziel: stabile Mischbestände

Als nachfolgende Waldgesellschaft sollte ein stabiler, mit Nadelbäumen gemischter oder reiner Laubholzbestand entstehen. Dass hier nur standortgerechte Baumarten verwendet werden, stellt eine obligatorische Standortuntersuchung sicher. Die mindestens oder höchstens zu verwendenden Pflanzenzahlen sind durch einen Erlass festgelegt.

Die Förderung ist eine Kombination aus Anteils- und Festbetragsfinanzierung - von den Nettokosten werden in etwa 70 bis 80 Prozent erstattet. Dies ist aber nur ein ungefährer Wert, da die Maßnahmen sehr unterschiedlich ausfallen.

Übernommen werden Kosten für die Pflanzen, die Pflanzung, für den Zaunbau und auch für Vorarbeiten, wie eine Standortuntersuchung, Flächenräumung von Kronenreisig, gegebenenfalls auch eine Bodenbearbeitung oder sonstige Vorbereitungsmaßnahmen auf der Fläche.

Unterstützung beim Waldschutz

In gleicher Weise werden Unterpflanzungen von Altfichten mit Buche oder verlichteter Kiefer mit Buche und Douglasie gefördert. Falls es in der Folge bei den angelegten Kulturen aufgrund von Trockenheit zu erheblichen Ausfällen kommt, werden auch Nachbesserungen unterstützt.

Ein weiterer Bereich der Förderung umfasst im Zuge von Waldschutzmaßnahmen die Überwachung, Kontrolle und Bekämpfung von Schadinsekten wie Borkenkäfer oder Kieferngroßschädlinge.

Um der Bodenversauerung entgegenzuwirken, wird nach wie vor die Waldkalkung - in der Regel per Hubschrauber - gefördert.

Förderung verpflichtet zu 15 Jahren Pflege

Wie in der WaldPraxis-Reihe bereits praktisch erläutert, werden auch Wegeneu- und -ausbauten gefördert. Im Falle von überregionalen Sturmschäden wird zudem die Anlage von Holznasslagerplätzen finanziell unterstützt.

Da vor der Förderantragstellung in der Regel etliche Einzelfragen zu klären sind, die zum Teil auch einen gewissen zeitlichen Vorlauf erfordern, empfiehlt es sich, rechtzeitig Kontakt zu den Forstdienststellen der Landwirtschaftskammer aufzunehmen. Wichtig zu wissen: Die vollen Kosten der Maßnahmen sind im Voraus zunächst selbst zu tragen. Bis zur Auszahlung des Fördergeldes ist eine Bearbeitungszeit abzuwarten.

Zu berücksichtigen ist auch die Bindungsfrist von 15 Jahren; das heißt, wer eine Förderung in Anspruch nimmt, verpflichtet sich, innerhalb dieses Zeitraumes die Pflanzung zu schützen, zu pflegen und nachzubessern bzw. den Weg zu pflegen - Maßnahmen also, die üblicherweise ohnehin im eigenen Interesse des Waldbesitzers liegen.

Fazit

Auch wenn einige bürokratische Hürden zu nehmen sind, sollten sich Waldbesitzer nicht abschrecken lassen und das Angebot der forstlichen Förderung von "Vater Staat" annehmen.
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