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Waldzustandsbericht

Wälder robust gegenüber Umwelteinflüssen

Buchenwald
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
01.11.2016

Hannover - Der Waldzustandsbericht 2016 bringt gute Nachrichten: In Niedersachsens Wäldern ist der Anteil schwer geschädigter oder abgestorbener Bäume sehr gering.

Gestern wurde der Waldzustandsbericht 2016 veröffentlicht. Gute Nachrichten über Niedersachsens Wälder: Im abgelaufenen Vegetationsjahr vom Oktober 2015 bis September 2016 zeigten sie sich von ihrer robusten Seite. Sie haben den Risiken von Witterung über Schädlinge bis hin zur Belastung durch Umweltgifte getrotzt.

Ein Sorgenkind im niedersächsischen Wald ist derzeit allerdings die Eiche. Diese Baumart weist mit 30 Prozent die höchste Kronenverlichtung auf. Sie gilt als Gradmesser für die Vitalität der Bäume. Zum Blattverlust haben unter anderem Insektenfraß und Pilzbefall beigetragen. Fichten und Buchen sind mit 28 Prozent Kronenverlichtung ähnlich stark betroffen. Die Kiefer dagegen zeigt sich als stabilste Baumart: Sie weist lediglich 16 Prozent Kronenverlichtung auf.

Wald noch nicht ganz genesen

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erinnerte daran, dass der Wald "vor vielen Jahren einst als Patient auf der Intensivstation" gelegen habe. Er sei deshalb froh über die Besserung. Ganz genesen sei der Wald allerdings noch nicht. Mit seiner Warnung verband er einen dringenden Appell: "Wir dürfen nicht nachlassen in unserem Bestreben, den Wald zu schützen."

Der Wald sei nicht nur für Menschen ein Ort für Erholung und ein kostbarer Lebensraum zum Erhalt der Biodiversität und ein wichtiger Wirtschaftsraum. "Wir sind auf ihn auch im Kampf gegen den Klimakiller Kohlendioxid angewiesen.“ Tatsächlich tragen die Wälder in Deutschland und Holzprodukte durch ihre Speicherkapazität dazu bei, dass Kohlendioxid (CO2) nicht in die Atmosphäre entweicht. Rund 126 Millionen Tonnen CO2 werden auf diese Weise gebunden, das entspricht etwa 14 Prozent des CO2-Ausstoßes bundesweit.

Waldschutz sehr wichtig

Als großen Erfolg wertete Meyer in diesem Zusammenhang, "dass die Schwefelemissionen im Vergleich zu den frühen 1980er-Jahren um fast 90 Prozent gesenkt worden sind". Ein ähnliches Bild bietet sich bei der Verringerung der Schwermetallbelastung, insbesondere von Blei und Cadmium, von denen eine gravierende toxische Wirkung ausgeht. Gesetzliche Vorgaben und veränderte Produktionstechniken haben zu einer drastischen Senkung derartiger Einträge in die Wälder geführt.

Mischwälder gefördert

Niedersachsen fällt beim Waldschutz eine besondere Rolle zu: Ungefähr ein Viertel der  Landesfläche, nämlich etwa 1,2 Millionen Hektar, besteht aus Wald. Darunter sind rund 336.000 Hektar Landes- und 707.000 Hektar Privatwald. Der Rest verteilt sich auf Bundes- und Körperschaftswald.

Die rot-grüne Landesregierung fördert gezielt naturnahe Waldwirtschaft und den Wandel zu Mischwäldern. Man müsse "weg von den Nadelholz-Monokulturen. Denn nur so stärken wir die Widerstandskraft der Wälder gegen Insekten, Pilze und Umweltgifte". Für Privatwälder bietet das Land unter anderem in verschiedenen Staffelungen Zuschüsse dann an, wenn Mischkulturen einen bestimmten Laubbaum-Anteil vorweisen oder Laubbaumkulturen einen gewissen Nadelbaumanteil.

Nordwestdeutsche forstliche Versuchsanstalt gelobt

Niedersachsens Landwirtschaftsminister lobte angesichts des neu vorgelegten Waldzustandsberichts die Tätigkeit der Nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt. "Deren seit Jahrzehnten praktiziertes Umweltmonitoring versetzt uns erst in die Lage, den Zustand unserer Wälder genau analysieren zu können", sagte Meyer.

Das erlaube, bei etwaigen Risiken sofort gegenzusteuern. Denn widerstandskräftige und produktive Wälder würden gebraucht, für den Klimaschutz, als Rückzugsort für Erholung und Muße, zur Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz und als ein Garant für Artenvielfalt.

Den 40-seitigen Waldzustandsbericht 2016 können Sie unter http://www.ml.niedersachsen.de/ herunterladen.

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