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Forst

Waldleute blicken über den Tellerrand

von , am
02.04.2013

Forstliche Lehrfahrten, die von Forstbetriebsgemeinschaften oder Waldschutzgenossenschaften angeboten werden, überraschen die Teilnehmer häufig mit einer Fülle an Informationen.

Den eigenen Horizont erweitern, erfahren, wie andere ihre waldbaulichen Aufgaben bewältigen und wichtige Anregungen mitnehmen - das ist das Ziel forstlicher Lehrfahrten, die von Forstbetriebsgemeinschaften und Förstereien angeboten werden. © Kemper

Waldbesitzern im Bereich der Bezirksförsterei Lastrup werden schon seit vielen Jahren Lehrfahrten angeboten. Von der Bezirksförsterei werden zwei forstliche Zusammenschlüsse betreut: Die größere Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Lastrup bietet jährlich eine Lehrfahrt an - und zwar im Wechsel jeweils eine eintägige, im Folgejahr eine mehrtägige Lehrfahrt. Die kleinere Waldschutzgenossenschaft (WSG) Wachtum unternimmt alle zwei Jahre eine eintägige Lehrfahrt.

Die Lehrfahrten werden vom zuständigen Bezirksförster und den Vorständen der Zusammenschlüsse vorbereitet. Eine eintägige Lehrfahrt findet in einem Umkreis bis etwa 200 km Entfernung statt, mehrtägige Lehrfahrten führten schon mal bis nach Polen. Die Rückmeldungen der Teilnehmer sind durchweg positiv. Sie zeigen sich immer wieder begeistert über die abwechselungsreich und fachlich informativ gestalteten Ausflüge.
Schon während der Hinfahrt im Bus bietet sich dem Bezirksförster die Gelegenheit, die Teilnehmer über die Schwerpunkte der Lehrfahrt zu informieren. Während der Exkursionen sind die Waldbesitzer in der Lage, vor Ort die behandelten Themen mit den Fachleuten zu diskutieren. Nach den Exkursionen werden dann während der Weiterfahrt im Bus Fragen der Waldbesitzer, die meist die Umsetzung im eigenen Wald thematisieren, beantwortet.
Die Besichtigungsziele sind überwiegend fachlicher Natur. Zusätzlich enthält das Ausflugsprogramm aber in der Regel auch kulturelle Orte. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Besonderheiten der jeweiligen Region. Im vergangenen Jahr hat die FBG Lastrup eine zweitägige Lehrfahrt nach Hessen und Nordrhein-Westfalen unternommen. Ziel war das Forstamt Herborn. In der Revierförsterei Offdilln, am Südrand des Rothaargebirges gelegen, haben Waldbesitzer unter Führung des dortigen Revierleiters, FA Bernd Sya, folgende Exkursionspunkte vor Ort diskutiert: waldbauliche Behandlung von Sturmflächen, PEFC-konforme Waldbewirtschaftung sowie Vermeidung von Wildschäden in Aufforstungen ohne Einzäunung. Damit wurden ausschließlich Themen behandelt, die jeder Waldbesitzer zukünftig auch in seinem eigenen Wald umsetzen kann.

Am zweiten Tag haben die Teilnehmer einen großen holzverarbeitenden Betrieb im Sauerland (Fa. Ante) besichtigt. Dort ging es vor allem um die bedarfsgerechte Bereitstellung von Abschnitten. Den Waldbesitzern wurden die Mindestanforderungen der verschiedenen Sortimente erläutert, sodass sie verstehen konnten, warum eine sorgfältige Sortierung auch bei Maßnahmen in ihrem eigenen Wald erforderlich ist.

Während der freien Zeit, wie etwa während der Mahlzeiten und besonders auf der Rückfahrt, ergeben sich für den Bezirksförster und den Vorstand des Zusammenschlusses stets Möglichkeiten zu lockeren Gesprächen mit den Waldbesitzern, bei denen diese über Planungen, Fördermöglichkeiten oder die Lage am Holzmarkt informiert werden können.
Fazit

Forstliche Lehrfahrten der Zusammenschlüsse sind weit mehr als Kaffeefahrten. Sie stellen ein sinnvolles Instrument zur Weiterbildung unserer Privatwaldbesitzer dar.
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