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Forstwirtschaft

Waldumbau: Extra-Förderung für sandige, trockene Standorte

Axel Kühne, LWK Niedersachsen, Forstliche Förderung
am
18.11.2015

Der Waldumbau hin zu naturnahen, multifunktionalen Mischwäldern wird in Niedersachsen unterstützt. Hier mehr zu Sonderregelungen auf nährstoffarmen, trockenen Böden des Tieflandes.

Nährstoffarme und verhältnismäßig trockene Sandböden dominieren in der eiszeitlich geprägten Landschaft des ostniedersächsischen Tieflandes. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren viele Böden übernutzt, entwaldet und verarmt, der heutige Waldanteil mit rund 41 % ist das Ergebnis zukunftsweisender Entscheidungen vorangegangener Generationen von Förstern und Waldbesitzern.

Waldumbau unterstützt

Viele dieser Wälder sollten mittlerweile jedoch in eine neue Waldgeneration überführt werden. Zur Sicherung der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion und vor dem Hintergrund des Klimawandels gewährt das Land Niedersachsen nach der Richtlinie zur Förderung einer forstwirtschaftlichen Maßnahme unter anderem Zuschüsse für naturnahe Forstkulturen.

Förderziel ist die Entwicklung stabiler, standortgemäßer, vitaler Wälder. Berücksichtigt wird dabei die ökologische und ökonomische Leistungsfähigkeit und der Klimawandel. Unter anderem gibt es das Angebot, Nadelholzreinbestände in standortgemäße, klimatolerante, stabile Laub- und Mischbestände umzubauen. Hier betragen die Fördersätze bis zu 70 % bei Mischkulturen mit einem Mindestlaubbaumanteil von 50 % und bis zu 85 % bei Laubbaumkulturen mit maximal 20 % Nadelbaumanteil.

Sonder-WET 90

Zusätzlich bietet die Förderung eine Sonderregelung an. Sie beschränkt sich ausschließlich auf trockene und schwach nährstoffversorgte Standorte, für die ein spezieller Waldentwicklungstyp (WET) geschaffen wurde. Der Sonder-WET 90 „Douglasie-Kiefer-Sonstiges Laubholz“ wird anhand des abgebildeten Schemas mit einem Nadelholzanteil von maximal 70 % im Verjüngungsziel begründet. Der Mindestlaubholzanteil beträgt 30 % und übernimmt mehr eine dienende Funktion. Bis zu 60 % der förderfähigen Kosten können anerkannt werden.


Förderfähig sind die gegebenenfalls erforderliche Standortkartierung, Flächen- und Kulturvorbereitung, geeignetes Forstvermehrungsgut (Pflanzen/Saatgut), Pflanzung und/oder Aussaat sowie der flächenmäßige oder nichtchemische Einzelschutz vor Wild. Mehrwert- oder Umsatzsteuer sind ausgeschlossen.
Beispielsweise kann für den WET 90, der kombiniert durch Saat, Naturverjüngung und eine anteilige Pflanzung (z.B. Stieleiche) begründet wird, eine mögliche Zuwendungssumme von ca. 1.200 bis 1.800 € oder höher pro Hektar Zuschuss gewährt werden.


Im fünften Standjahr der Kultur kann zusätzlich eine Pflegeprämie gewährt werden, wenn eine ordnungsgemäße Pflege, gegebenenfalls auch in Eigenleistung, erfolgte.
Förderfähig sind auch die Begründung von stabilen Laub- und Mischbeständen nach Schadereignissen, die Wiederaufforstung sowie Vor- und Unterbau (einschließlich Naturverjüngung) mit standortgemäßen Baum- und Straucharten durch Saat und Pflanzung, einschließlich der Kulturvorbereitung nebst entsprechender Nachbesserungen der geförderten Kultur.

Die Mischung macht´s

Es gibt verschiedenste förderfähige Waldentwicklungstypen je nach den standörtlichen Gegebenheiten. Der Sonder-WET 90 ist dabei nur ein Beispiel.
Die Waldentwicklungstypen reichen von reinen Laubholzkulturen bis hin zu vielfältigen Mischkulturen aus unterschiedlichen Laub- und Nadelholzarten, die einer langfristigen ökonomischen und ökologischen Familienforstwirtschaft dienen. Dabei gilt: Je höher der Laubholzanteil heimischer Arten bei Kulturbegründung, desto höher kann die mögliche Zuwendung ausfallen.

Die förderfähigen WET sowie weitergehende Informationen und Links finden Sie auch auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer www.lwk-niedersachsen.de unter dem Webcode 01027330 (Eingabe ins Suchfeld).

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