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Forst

Auf weichen Sand gebaut

von , am
19.11.2013

Das Beernten von aufgeforsteten Wanderdünen in der Norddeutschen Tiefebene ist nicht einfach. Waldbauern und Förster im Bereich der Bezirksförsterei Meppen können ein Lied davon singen.

Lediglich eine dünne Grasschicht hält den Dünensand zwischen den Bäumen zusammen. Die Arbeit mit schwerem Holzerntegerät ist hier eine echte Herausforderung. © Sloot
Ursprünglich nach der Eiszeit entstanden, wurden die Dünenwanderungen erneut ausgelöst durch Raubbau an den Wäldern und durch die Schafhaltung. Um Dörfer und fruchtbares Ackerland zu schützen, begann man die Wanderdünen Mitte des 19. Jahrhunderts aufzuforsten. Meistens fand hier die Kiefer Verwendung, bei ausreichender Wasserversorgung sind aber auch andere Baumarten möglich.

Hauchdünne Tragschicht

Die Geländestruktur der Dünenlandschaft macht das Befahren mit schweren Forstmaschinen schwierig. Die Erhebungen betragen meist fünf bis sechs, aber auch bis zu zehn Meter. Je höher die Dünen werden, umso steiler fallen sie an windabgewandten Seite ab. Anders als im Bergland ist der Boden der Sanddünen wenig tragfähig. Bei steigender Hangneigung verlieren nicht nur die Reifen der Maschine die Haftung, sondern der Sandboden unter der dünnen Grasnarbe fängt mit der gesamten Maschine an zu rutschen. Bei anhaltender Trockenheit verstärkt sich dieser Effekt noch, sodass ein Maschineneinsatz unter solchen Bedingungen möglicherweise verschoben werden sollte.

Der Einsatz von Harvestern und Rückezügen auf Sanddünen muss vom betreuenden Förster intensiv vorbereitet und der Verlauf der Rückegassen genau geplant werden. Da Sanddünen in unseren Wäldern meist unter Schutz stehen (kulturhistorisches Denkmal bzw. Naturdenkmal), ist Bodenschutz oberstes Gebot. Die Anlage der Gassen muss sich der Geländestruktur anpassen. Der Zeitaufwand hierfür kann manchmal größer sein, als für das eigentliche Auszeichnen der Bestände.

Weniger ist mehr

Die aus einer Zertifizierung vorgegebenen Mindestabstände für das Befahren sollten grundsätzlich nicht unterschritten werden. In Ausnahmefällen lässt sich dies jedoch mit dem Schutz der Dünen durchaus begründen. Häufiger müssen die Bäume dem Harvester mangels Befahrbarkeit zugefällt werden. Die Kosten hierfür sind meist geringer, als im Voraus befürchtet. In extremen Fällen sollte man besser auf die Nutzung einzelner Bäume verzichten. Auf höheren Sanddünen müssen die Kuppen beim Durchforsten besonders vorsichtig behandelt werden, denn die Bestockung schützt diese und lässt sich nur schwer zu erneuern.

Fazit

In Wäldern auf Sanddünen erfordert der Einsatz von schweren Maschinen große Sorgfalt bei der Anlage der Rückegassen. Hier ist die Zusammenarbeit von Förster und Maschinenführer gefragt. Im Zweifelsfall sollten besser einzelne Bäume ungenutzt bleiben, um Schäden an der Sanddüne zu vermeiden.
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