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Forst

Das Wuchswunder aus Nordamerika

von , am
17.07.2013

Die wuchsstarke Douglasie (Pseudotsuga menziesii) fand um 1900 herum den Weg in die Privatwälder des südniedersächsischen Berglands, wo sie in Mischkulturen zu finden ist.

Gut ausgebildete Douglasienkronen brauchen Wuchsraum. Bedränger müssen rechtzeitig weichen. © landpixel
Aus ihrer nordamerikanischen Heimat kam die Douglasie in der Blütezeit der preußischen Forstwirt-schaft zu uns. Aus mündlichen Überlieferungen wissen wir, dass der Nadelbaum in Form von Samen eingeschmuggelt werden musste. Weil in den 1970er Jahren viele Exemplare als Rammpfähle in den Hamburger Hafen verkauft wurden - etwa drei bis fünf Stück je LKW-Fuhre - blicken wir heute nur noch auf wenige verbliebene Exemplare dieser wertvollen Baumart. Diese fühlen sich sehr wohl - selbst in Buchen- und Buchen-Edellaubholzbeständen. So brachte es eine etwa 110-jährige Douglasie auf einen Brusthöhendurchmesser (BHD) von 1,32 m, eine Höhe von 47 m und 27,10 Vorrats-Fm Holz.

Gewaltige Zuwächse

Auf den überwiegend dem Laubholz vorbehaltenen Muschelkalkstandorten mit Lösslehmdecken hat die einzel- bis gruppenweise beigemischte Douglasie gewaltige Wuchsleistungen erbracht und selbst auf fast reinem Kalk sind sie sehr gut entwickelt.

Die Douglasie ist ein Totasterhalter, besitzt also nicht die Fähigkeit zur natürlichen Astreinigung. Damit die abgestorbenen Äste nicht ins Holz einwachsen, ist es sinnvoll, eine mechanische Wertästung bis 6 m Stammhöhe durchzuführen. Dieses Verfahren wird in den höheren Stammbereichen waldbaulich durch das umschließende Laubholz begünstigt. Die einzelstammweise Bewirtschaftung hat zudem den Vorteil, dass sich Schüttepilze, die in Reinbeständen der Douglasie zu schaffen machen können, nicht nachweisen lassen.

Durch diese Erkenntnisse gestärkt, planen wir bei der Anlage von Laubholzkulturen fast immer einen ca. 5 %-igen Anteil Douglasie ein. Sie verteilen sich in kleinen Trupps über die Fläche. Der Nadelbaum ist besonders empfindlich gegen Frosttrocknis und dankbar für Seiten- und Windschutz.

Dauerhaft schön
 

Bei der Bestandespflege ist besonders auf die rechtzeitige Entnahme von Bedrängern zu achten. Gut entwickelte Kronen dürfen niemals eingeengt werden. Sobald die Frostgefahr überwunden ist, braucht sie freien Wuchsraum. Vorwüchse mit gutem Terminaltrieb sind dann willkommene Zuwachsträger.

Bis zum Alter von rund 60 Jahren bildet die Douglasie breite Jahresringe aus, erst danach werden die Jahresringe schmaler und das Holz wertvoller. Die breitringigen Sägesortimente sind als Bauholz bei Kunden wegen der Dauerhaftigkeit und der Schönheit des rötlichen Kernholzes sehr begehrt. Nur der Zimmermann verarbeitet sie nicht so gerne, da sie viel schwerer ist als die Fichte und sich ohne Vorbohren nicht vernageln lässt. Aus dem feinringigen Holz lassen sich die dekorativsten Türen, Fenster und Treppen herstellen.

Fazit

Einzel oder gruppenweise beigemischte Douglasien in Laubholzbeständen liefern nicht nur Quantität, sondern auch Qualität.
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