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Forst

Zwischen Einschlag und Polter

von , am
27.05.2014

Bei der Holzabfuhr aus dem Wald sind Rückewege unerlässlich, um das das Holz vom Einschlagsort an den Waldweg zu bringen. Lesen Sie hier, wie diese beschaffen sein sollten, damit sie lange tragfähig bleiben.

Derselbe Rückeweg vor der Nachprofilierung: er trocknet schlecht ab und ist nur noch bei besten Witterungsbedingungen befahrbar. © Scholz

Rückewege sind einfache nicht ausgebaute Erdwege. Auf ihnen wird das Holz entweder „huckepack“ mittels Forwardern (Rückezüge) oder mit Hilfe von Seilschleppern (Skidder) zu den Polterplätzen an den festen Wegen transportiert.

Negativkreislauf bei Gleisbildung

Rückewege werden in der Regel durch einfaches Planieren des Untergrundes hergestellt. Abhängig von Witterungseinflüssen unterliegen sie naturgemäß einem gewissen Verschleiß. Ist der Untergrund nicht tragfähig, so entstehen bei anhaltender Nässe oder mangelndem Frost während des Arbeitseinsatzes Fahrspuren.

Diese sogenannte Gleisbildung lässt sich zwar durch einen zeitgerechten Einsatz - möglichst nur bei Trockenheit oder Frost - vermeiden, doch das ist nicht in allen Fällen durchführbar. Betriebliche Zwänge machen es manchmal notwendig, Holz auch bei unpassender Witterung aus dem Wald zu rücken (z.B. drohender Borkenkäferbefall oder Terminzwänge). Betriebsleiter müssen in der jeweiligen Situation stets gründlich abwägen.

Existiert aber bereits eine Gleisbildung, so beginnt ein Teufelskreis: in den Fahrspuren sammelt sich das Wasser, der Weg trocknet kaum mehr ab und neigt zu weiterer Vernässung. Daher muss je nach Belastung in manchen Fällen der Weg neu profiliert werden. Ein weiteres Argument für eine Profilierungsmaßnahme kann sein, dass der vorhandene Weg zu schmal und für heutige Forstmaschinen kaum noch nutzbar geworden ist.

"In den Berg gekippt"

Ziel der Profilierung ist es, den Wegekörper und mit ihm eine Wasserführung (wieder)herzustellen. In eher flachem Gelände wird dies in der Regel durch ein abgerundetes Dachprofil erreicht, bei dem das Wasser jeweils zur Seite abfließen kann.

In Hangbereichen kommt dagegen häufig ein anderes Profil zum Einsatz: das einseitige Profil, „in den Berg“ gekippt. Dieses lässt sich am besten durch einen Bagger bewältigen. Die Maschine kann im Hangbereich besser profilieren als eine reine Raupe, die dort zu steile Wegeböschungen formt.
 
Vorteile des speziellen Profils:

  • Der Weg kann schmal bleiben. Ein breiteres Aufbaggern wird nicht notwendig.
  • Mit Rückemaschinen abrutschsicher befahrbar.
  • Wasser sammelt sich am Hangfuß und fließt dort ab.
  • Zur Unterstützung sollte an geeigneten Stellen durch Senkenbildung zusätzlich Wasser aus dem Wegekörper abgeleitet werden (Einbau von Furten mit wechselndem Gefälle). So bleibt der Rückeweg trocken und tragfähig und kann dauerhaft seine Funktion erfüllen.  
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