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Forst

Zwischen Wald und Straße

von , am
07.05.2013

Instandsetzung und Neubau der Waldwege sind mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Bezirksförster Günther Arnaschus aus Scheden schildert, worauf Waldbesitzer achten sollten.

© Arnschuss
Steht eine Entscheidung über ein Wegebauprojekt ins Haus, sollte der zuständige Bezirksförster zu Rate gezogen werden. Der Entschluss fällt letztlich aufgrund der Abwägung zwischen Rückeentfernungen (Kosten) und Wegebau (-kosten).

Die Grundlagen

Folgende maßgebliche Punkte sind für ein solches Unternehmen vorab zu prüfen:

Befindet sich die Ausbautrasse in einem Natur- oder Landschaftsschutzgebiet, ist Einsicht in die jeweilige Schutzgebietsverordnung zu nehmen. Liegt das Vorhaben in einem solchen Schutzgebiet, ist der frühzeitige Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises ratsam.

Steht einem Wegebau aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde nichts im Wege, sollte die Förderfähigkeit des Wegeneu- oder -ausbaus geprüft werden, um die anfallenden Kosten für den Wirtschaftsbetrieb einzugrenzen.

Der konkrete Verlauf der Ausbautrasse ist abhängig von möglichen Anbindungen an das öffentliche Straßennetz sowie von den in Zukunft geplanten, anfallenden Holzmassen, die über diesen Weg abfließen sollen.

Wie geht es weiter?

Ist das Wegebauprojekt grundsätzlich förderfähig, muss vor dem Maßnahmenbeginn durch den zuständigen Bezirksförster der Förderantrag gestellt werden. Der Betrieb kann so eine Bezuschussung der entstehenden Kosten von bis zu 70 % erhalten. Erst nach der Bewilligung des Antrages kann mit der Durchführung begonnen werden.

Die Durchführung

Für einen fachlich richtigen Wegebau ist ein Lichtraumprofil von 7 m Breite zu schaffen. Anschließend werden durch schweres Gerät (Raupe oder Grader) das Rohplenum und die Wasserführung (z.B. Spitzgraben) geschoben und eventuell notwendige Durchlässe in den Weg eingebaut.

Auf das so entstandene Rohplenum wird die Tragschicht aufgebracht. Je nach Beschaffenheit des Untergrundes werden im Regelfall zwischen ein und zwei Tonnen Material (Körnung: 0 - X oder 0 - 80 mm) verbaut. Den Abschluss macht die Verschleißdecke (Körnung: 0 - 32 mm) mit zirka 0,5 Tonnen pro laufenden Meter. Im forstlichen Wegebau wird ein abgerundetes Dachprofil erstellt und mit einer Vibrationswalze verdichtet.

Gut Ding will Weile haben

Nach Abschluss der Baumaßnahmen muss der Weg noch einige Zeit ruhen. Das heißt, während er sich setzt und dabei mehrmals vernässt wird, sollte er noch nicht befahren werden. Nur so kann sich das Wegebaumaterial gut verzahnen und der Weg die erwartete Dauerhaftigkeit erfüllen.
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