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Bauträgervertrag: Auf falsche Vorstellungen gesetzt

D.A.S Leistungsservice/red/cby
am
20.07.2016

Viele Käufer eines Eigenheims erwerben Grundstück und Neubau von einem Bauträger. Was zu beachten ist, lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 29.

Wer ein Eigenheim kaufen möchte, kann Grundstück und Neubau aus einer Hand erwerben, nämlich von einem Bauträger. Der verkauft das Grundstück und kümmert sich anschließend um die Errichtung des neuen Heims. Einfach und bequem. Doch: Ein Bauträgervertrag ist sehr komplex, denn er muss auch viele Punkte regeln, die mit der Erstellung des Bauwerkes zusammenhängen.

Käufer sollten darauf achten, dass dem Vertrag eine möglichst präzise Leistungsbeschreibung beigefügt ist. Treten später Missverständnisse auf, kann das zu einem langen Rechtsstreit darüber führen, wie der Bau denn im Einzelnen ausgeführt werden sollte. Der nachfolgend geschilderte Fall zeigt, dass die Vorstellung der Vertragspartner sehr weit auseinanderliegen kann.

Falsche Angaben im Prospekt

Dass Werbung nicht allzu fantasievoll sein sollte, geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofes hervor. Der Fall drehte sich um den Kauf und Bau einer Dachgeschoss-Wohnung, die über zwei Etagen reichte. Im Verkaufsprospekt waren in der oberen Etage – einem Spitzboden – ein Bett mit Nachtschränkchen eingezeichnet.

Der Käufer ging davon aus, dass es sich hier um einen Wohnraum handelte. Nachdem die Wohnung fertiggestellt war, vermietete er sie umgehend. Nun schritt die Bauaufsichtsbehörde ein und untersagte die Nutzung des Spitzbodens zum Wohnen, denn die Baugenehmigung besagte nur „Abstellraum“.

Der Käufer verklagte den Bauträger auf Schadensersatz in Höhe von rund 13.000 Euro, da die Wohnung nun in seinen Augen weniger wert war. Der Bauträger wehrte sich: Der Bauträgervertrag bezeichne den Spitzboden als Abstellraum. Man habe den Vertrag also eingehalten.

Beschaffenheitsvereinbarung beachten

Der Bundesgerichtshof erklärte, dass hier trotzdem eine sogenannte Beschaffenheitsvereinbarung vorgelegen habe, nach der der Spitzboden ein Wohnraum sei. Für den Vertragsabschluss sei der Prospekt maßgeblich gewesen. Das Gericht ging sogar davon aus, dass der Bauträger den Käufer arglistig getäuscht hat, da er den Inhalt der Baugenehmigung kannte.

Da die Wohnung nicht der vereinbarten Beschaffenheit „Spitzboden als Wohnraum“ entsprach, war sie aus Sicht des Gerichts mangelhaft und der Klage war stattzugeben. Bundesgerichtshof, Urteil vom 25. Oktober 2007, Az. VII ZR 205/06.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 29/2016 auf den Seiten 12 und 13. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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