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Gerichtsurteil

Bundesverwaltungsgericht: Kein Anspruch auf Schalldämpfer für Jäger

Jäger-Schalldämpfer
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Cornelia Krieg, LAND & Forst
am
30.11.2018

Jäger haben keinen Anspruch darauf, dass ihnen der Erwerb eines Schalldämpfers für ihre Jagdwaffen gestattet wird. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig jetzt entschieden.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am Mittwoch (28. November) die Klage eines Jägers wegen einer waffenrechtlichen Erlaubnis für einen Schalldämpfer abgewiesen. Jäger haben somit keinen Anspruch auf den Erwerb eines Schalldämpfers für ihre Jagdwaffen.

Zur Begründung sagten die Richter, dass die Erteilung einer Erlaubnis ein waffenrechtliches Bedürfnis voraussetzt. Nur ein besonders gelagertes persönliches Interesse könne aber ein solches Bedürfnis begründen. Das Interesse, das eigene Gehör beim Abfeuern der Waffe schützen zu wollen, gehöre nicht dazu. Es bestehe bei allen Jägern in gleicher Weise.

Privater Besitz von Schusswaffen mit Schalldämpfer soll eingedämmt werden

Der Schutz des Jägers vor den nachteiligen Auswirkungen des Schießens tritt laut BVerwG hinter dem Zweck des Waffengesetzes zurück, den privaten Besitz schallgedämpfter Schusswaffen möglichst zu verhindern. Dieser zentrale waffengesetzliche Grundsatz gehe vor, um die Selbstgefährdung des Schützen durch das Schießen zu vermeiden.

Jäger können Gehör auch anders schützen

Nach Ansicht der Leipziger Richter sind Schalldämpfer auch nicht nötig, um das Gehör der Jäger vor dem Mündungsknall zu schützen: Bereits die Vorinstanz, das Verwaltungsgericht Berlin habe bindend festgestellt, dass andere Mittel Schutz des Gehörschutzes wie Ohrkapseln oder ein Im-Ohr-Schutz gleich wirksam sind.

Urteil vom 28.November .2018, Az. BVerwG 6 C 4.18. 

Näheres zu der Entscheidung lesen Sie in der Ausgabe 49/18 der LAND & Forst.

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