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Geld & Recht

Diebe nicht nach Hause "einladen"

von , am
02.07.2013

Soziale Netzwerke wie Facebook, MySpace oder Twitter sind verführerisch, um mit Freunden die eigene Urlaubsvorfreude zu teilen. Was aber, wenn potenzielle Einbrecher dadurch ihre Adressdaten erfahren?

Wer unbedacht Informationen über sich im Internet preisgibt, könnte unerwünschten Besuch bekommen. © imog/Becker und Bredel

Profileinstellungen sollten Internetnutzer kontrollieren und ganz genau überlegen, welche Angaben sie veröffentlichen. Denn Hinweise auf leerstehende Wohnungen oder Häuser können Einbrecher anlocken.

Führt ein Urlaubsgruß an Freunde dazu, dass eingebrochen wird, hat das auf die Schadenbearbeitung durch den Versicherer aber keine Auswirkungen. Der Einbrecher erhält zwar einen Hinweis, dieser erleichtert ihm aber nicht die Tat, wie beispielsweise ein gekipptes Fenster oder ein versteckter Schlüssel unter der Fußmatte. Ein Urlaubshinweis bei Facebook und Co. ist vergleichbar mit einem überfüllten Briefkasten oder einer Abwesenheitsmeldung auf dem Anrufbeantworter. Internetnutzer sollten daher bei Besuchen in sozialen Netzwerken achtsam sein. Wichtigste Faustformel ist und bleibt: Erzählen Sie von Ihrem Urlaub erst nach dem Urlaub.
Besser vernetzt: 5 Regeln für mehr Sicherheit in sozialen Netzwerken:

1. Vermeiden Sie genaue Angaben über Ihren momentanen Aufenthaltsort und zur Zeitdauer.
2. Kontrollieren Sie stets die Sicherheitseinstellungen im jeweiligen sozialen Netzwerk auf den Schutz der Privatsphäre. Auch dies verhindert, dass nicht berechtigte Personen Zugriff auf Ihre Daten bekommen.
3. Informationen, wie die Adresse, sollten niemals im persönlichen Profil zu finden zu sein. Denken Sie auch genau darüber nach, welche Bilder und Videos Sie veröffentlichen. Dies können wertvolle Informationen für einen Einbrecher sein.
4. Freundesanfragen sollte man mit Bedacht annehmen. Man sollte sich sicher sein, dass sich auch wirklich eine bekannte Person dahinter verbirgt und nicht jemand mit kriminellen Absichten.
5. Jugendliche gehen oft unbefangen mit ihren persönlichen Daten um. Eltern sollten mit  dem Nachwuchs darüber sprechen, erst recht, wenn soziale Netzwerke für Sie böhmische Dörfer sind. Das erhöht die Sicherheit Ihrer vier Wände - und vielleicht lernen sie in punkto Social Media noch etwas hinzu.

"Bin diese Woche mit dem Boot auf der Müritz." Der kurze Urlaubsgruß über den Onlinedienst Twitter klingt harmlos. Er ist aber unbedacht: Denn auf der Profilseite des Twitter-Benutzers stehen der Name und der Wohnort, der einige hundert Kilometer von der Mecklenburgischen Seenplatte entfernt liegt. Und wer jetzt Böses im Schilde führt, wird schnell fündig: Über die Suchmaschine Google findet man ohne Schwierigkeiten das Facebook- oder MySpace-Profil und eine Wunschliste bei Amazon: Der Mann auf dem Ruderboot ist 33 Jahre alt, Single - und noch eine Woche auf Bootstour. Darüber hinaus ist er Hobbyfotograf, Musik-Fan und Mountainbike-Fahrer. Die Chancen stehen also gut, dass Einbrecher bei ihm zu Hause verkäufliche Geräte finden. Das alles kann man herausfinden, ohne irgendwo eingeloggt oder angemeldet zu sein. Und die genaue Adresse ist auch schnell gefunden: Die steht online im Telefonbuch.
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