Login
Trockenheit

Dürreversicherung wird billiger

Dürreschaden in Mais
am Mittwoch, 12.06.2019 - 08:42

Gute Nachrichten, auch für Niedersachsens Bauern: Eine Dürreversicherung abzuschließen, soll in Zukunft weniger kosten.

Das Bundesfinanzministerium will noch in diesem Jahr eine Steuerentlastung für Dürrepolicen umsetzen. Das bedeutet, dass für eine Versicherung gegen Dürre nur noch 0,03 Prozent der Versicherungssumme an Steuern fällig werden statt wie bisher 19 Prozent auf die Prämie.

Dies sei eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass „sich am freien Markt Versicherungen überhaupt in dieser Frage etablieren können“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Michael Stübgen.

Hohe Kosten für Versicherung schrecken ab

Bislang werden Landwirte durch die hohen Kosten eher abgeschreckt, eine Versicherung gegen Dürre abzuschließen. Das berichtet Christoph Strüver, Abteilungsleiter Landwirtschaft bei der VGH der LAND & Forst. Strüver zufolge hat eine Dürreversicherung gleich mehrere Knackpunkte:

  • Sie beträgt ein Vielfaches von dem, was zum Beispiel eine Hagelversicherung kostet
  • und eine Selbstbeteiligung in der Größenordnung von einem Drittel der Schadenssumme kommt noch hinzu.

Großes Risiko durch Dürre

Der Grund dafür, dass diejenigen, die einen Vertrag abschließen wollen, so tief in die Tasche greifen müssen, liegt laut Strüver unter anderem im hohen Risiko begründet, das von einer Dürre ausgeht: Denn eine längere Trockenperiode tritt flächendeckend auf und löst dort große Schäden aus. Hinzu kommt noch die Versicherungssteuer von 19 Prozent.

Und: Den Schaden ermitteln Versicherungen anhand von Wetterdaten auf Landkreisebene. Von Dürre betroffene Orte müssen also einen Schwellenwert erreichen, damit Betroffene ihren Schaden überhaupt ersetzt bekommen, auch wenn sich das Wetter lokal anders darstellt als im weiteren Umfeld.

Mit Material von AgE/dpa