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Geld & Recht

Wenn die GbR nicht mehr "passt"

von , am
26.11.2014

Viele Landwirte schließen sich mit Familienmitgliedern oder Dritten zusammen, um als Gesellschaft bürgerlichen Rechts ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Aber ist das immer der richtige Weg?

Eine GbR birgt einige Risiken - so haften Gesellschafter für ihre Schulden in voller Höhe persönlich. © Mühlhausen/landpixel

Warum Landwirte die Gesellschaftsform einer GbR wählen, ist für Rechtsanwälte, die sich viel mit Gesellschaftsrecht und Unternehmensumstrukturierung beschäftigen, nicht immer nachvollziehbar.

Oft betonen die Beteiligten, die GbR sei einfach zu handhaben und kostengünstig. Zudem hat der eine oder andere Gründer sogar selbst ein mehr oder weniger passendes Exemplar für einen GbR-Vertrag in der Schublade, oder gutmeinende aber fachfremde Berater stellen ein solches zur Verfügung.

Auch die Risiken sehen

Tatsächlich lässt sich im Vergleich zur GmbH zunächst etwas Geld sparen, denn die GbR kann ohne notarielle Beurkundung gegründet werden und auch Veränderungen des Gesellschaftsvertrags müssen nicht beurkundet werden. Auch ein bestimmtes Stammkapital ist gesetzlich nicht festgelegt. Solche Vorteile werden in der Rechtsberatung jedoch eher als zweitrangig angesehen, weil eine GbR gravierende Nachteile haben kann. Insbesondere ist es falsch, davon auszugehen dass sie einfach zu handhaben ist.

Das beginnt bereits damit, dass das Gesetz viele Entscheidungsmöglichkeiten für die Gestaltung zulässt, die Regeln für den Fall, dass man diese Möglichkeiten nicht nutzt, jedoch kaum bekannt sind - und oft auch mit zusätzlichen Risiken behaftet. So haften beispielsweise die Gesellschafter einer GbR für deren Schulden in voller Höhe persönlich. Veränderungen im Gesellschafterbestand durch Tod oder Insolvenz  sind riskant und die Vertretung der GbR kompliziert.

Die GbR birgt für Landwirte Risiken,  insbesondere im Pachtvertragsmanagement. Dort kommt es gerade auf die Formalien an, um einen Pachtvertrag auch wirksam über eine bestimmte Laufzeit hinweg abschließen zu können.
 
Weiter lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 48.
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