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Geld & Recht

Gerichtsurteile liefern Tipps zum Steuersparen

von , am
15.04.2015

Steuerliche Zweifelsfragen und Streitfälle zwischen Bürgern und Fiskus landen immer wieder vorm
Finanzgericht. Lesen Sie wichtige Gerichtsurteile mit Steuerspartipps in der LAND & Forst Nr. 16.

"Der arme Steuerbürger" ziert das Finanzamt Quakenbrück. Wer die passenden Entscheidungen kennt, kann so manchen Euro für sich herausholen. © imago/Werner Otto

Darlehen zwischen nahen Angehörigen Privatdarlehen zwischen nahen Angehörigen sind schon immer ein beliebtes Steuersparmodell - das gilt nach der Einführung der Abgeltungsteuer erst recht. Denn der Darlehnsnehmer kann die gezahlten Schuldzinsen für den familiären Kredit als Landwirt, Unternehmer oder Vermieter Steuer sparend zum vollen Steuersatz absetzen. Die Finanzverwaltung wollte dem kreditgebenden Verwandten den oft günstigeren Abgeltungsteuertarif von 25 Prozent aber bisher nur einräumen, wenn der Darlehensnehmer die Kreditmittel privat verwendet. Wurde das geliehene Geld dagegen für den Erwerb landwirtschaftlicher Maschinen und Ländereien oder für eine Firmengründung eingesetzt, sollte auch der Darlehensgeber seine Zinserträge mit dem persönlichen (im Zweifel höheren) Steuersatz versteuern müssen.
 
Hier hat der Bundesfinanzhof dem Fiskus gleich mit drei Urteilen vom 29. April 2014 (Az. VIII R 9, 44 und 35 /13) eine klare Absage erteilt. Die Finanzämter dürften finanzstarken Angehörigen die günstige Pauschalbesteuerung nicht allein deshalb verweigern, weil sie mit dem Kreditnehmer verwandt sind. Die Pauschalsteuer für Zinserträge dürfen auch Investoren nutzen, die einer Firma Kredite einräumen, an der ein Familienmitglied beteiligt ist (BFH-Urteil vom 14.5.2014 - VIII R 31/11). Verwehrt bleibt die Pauschalsteuer aber GmbH-Gesellschaftern, die ihrer eigenen Firma ein Darlehen geben (BFH vom 29.4.2014 - VIII R 23/13). Sie müssen weiterhin ihre Zinserträge mit dem individuellen Steuersatz versteuern.

Spezieller Darlehensvertrag ist nötig

Der BFH betonte aber, dass die Steuergestaltung nur akzeptiert werden kann, wenn zwischen den Familienangehörigen ein Darlehensvertrag zu Konditionen abgeschlossen und eingehalten wird, wie das auch Fremde miteinander vereinbaren würden. Wie solche Verträge gestaltet werden müssen, können Steuerfüchse in einem Erlass des Bundesfinanzministeriums vom 29.4.2014 nachlesen (zum Download unter www.bundesfinanzministerium.de).
 
Weitere Gerichtsurteile lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 16/2015 auf den Seiten 16 und 17. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
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