Login
Naturschutz

Kompensation: Fluch oder Segen für Landwirte?

Steuerberater Matthias Beer, Lüneburg
am
28.01.2016

Kompensationsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen können Ertragseinbußen und Wertverlust mit sich bringen. Wie können Land- und Forstwirte solche Kompensationen wirtschaftlich und steuerlich effektiv in ihren Betrieb einbinden? Lesen Sie die LAND & Forst Ausgabe 4.

Praktisch stehen Flächen, die für eine naturschutzrechtliche Kompensation infrage kommen, im Eigentum von Land- und Forstwirten. Sie dienen im Regelfall der klassischen Bodenbewirtschaftung und tragen mit ihrer fachkundigen Bewirtschaftung zu Deckungsbeiträgen des Betriebs bei, die - je nach Situation auf den Märkten - schwanken.Eine vom Vorhabenträger, der zum Beispiel in der Nähe etwa ein Baugebiet erschließen will, an den Land- und Forstwirt herangetragene Ausgleichsmaßnahme nimmt dieser als Bedrohung wahr: Bei Einwilligung in die Kompensation fällt die betroffene Fläche aus der klassischen Bewirtschaftung und somit auch aus der Teilhabe an der als Kernkompetenz angesehenen land- und forstwirtschaftlichen Urproduktion heraus.

Kompensation oft mit Flächenverkauf verbunden

In der Folge versuchen betroffene Land- und Forstwirte, die Kompensation mit allen Mitteln zu verhindern. Nicht selten beschließen sie, die Fläche direkt an den Vorhabenträger zu verkaufen. Der erzielte Preis deckt regelmäßig den Wert der Fläche für den Betrieb nicht ab. Dieses Verhalten ist auf den ersten Blick leicht nachvollziehbar: wie soll ein Landwirt auch eine Kompensation, die einen von Dritten ausgelösten  „Eingriff“ in die Natur ausgleichen soll, positiv bewerten? Kann es eine solche positive Bewertung überhaupt geben?

Kompensationsvertrag abschließen

Grundlage der rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Betrachtung ist der Kompensationsvertrag, den der Vorhabenträger mit dem Land- und Forstwirt abschließt. Dieser beschreibt die zu kompensierende („eingreifende“) Maßnahme des Vorhabenträgers und legt die vorab mit den Naturschutzbehörden abgestimmte Kompensation fest. Der Land- und Forstwirt akzeptiert und gibt die konventionelle Nutzung der betroffenen Fläche auf. Er verpflichtet sich zu dulden, dass etwa eine konventionelle Ackerfläche in eine Streuobstwiese oder Waldfläche umgewandelt wird.

Mehr zum Thema und welche ungenutzten Möglichkeiten es noch gibt lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 04/2016 auf Seite 12. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant