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Sozialversicherung

Krankenversicherung: Tipps für Rentner mit gewerblichen Einkünften

Landwirte-Photovoltaik
Matthias Schriever, red/cby
am
22.11.2017

Landwirte, die als Rentner gewerbliche Einkünfte haben, müssen Zusatzbeiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das lässt sich aber unter bestimmten Voraussetzungen vermeiden.

Die meisten Landwirte sind in der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) krankenversichert. Spätestens wenn sie in Rente gehen, ihren Hof an die nächste Generation übergeben oder ihn verpachtet, lohnt ein Blick auf möglicherweise vorhandenes gewerbliches Einkommen aus Photovoltaik, Biogas oder Windenergie.

Denn: Der künftige Rentner wird in der Regel anstelle des Gewinns aus dem landwirtschaftlichen Betrieb eine Altersrente von der landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK) und ein Altenteil oder Pachteinnahmen beziehen. Dazu kommt wie bisher der Überschuss aus dem Gewerbebetrieb.

Das gesamte Einkommen fällt in der Regel geringer aus, so dass die Steuerzahlungen sinken. Probleme mit dem Finanzamt sind also grundsätzlich nicht zu erwarten.

Aus dem Gewinn

Anders ist es bei dem gewerblichen Zusatzeinkommen. Meist wird der Landwirt in der landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) pflichtversichert sein. Erzielt der Altersrentner Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, weil er die Photovoltaik-, Biogas- oder Windenergieanlage weiterhin in eigenem Namen betreibt, erhebt die LKK zusätzliche Beiträge aus dem Gewinn.

Der Beitrag liegt zurzeit bei 15,7 %. Dazu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung von 2,55 %, bzw. 2,80 % für kinderlose Versicherte.

Zusatzbeiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung sparen

Unser Rat bezüglich der Zusatzbeiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung in Kürze:

  • Schauen Sie auf ihren Einkommensteuerbescheid. Dort steht, ob (unschädliches) landwirtschaftliches Einkommen oder (schädliches) außerlandwirtschaftliches Arbeitseinkommen vorliegt.
  • Sparen Sie sich die Zusatzbeiträge, indem Sie Ihren Gewerbebetrieb vor Renteneintritt an die nachfolgende Generation übergeben.
  • Tipp: Denken Sie an den einmaligen Freibetrag für den Betriebsverkauf, wenn Sie den Gewerbetrieb nicht zusammen mit dem landwirtschaftlichen Betrieb übergeben, sondern entgeltlich übertragen. Der Freibetrag beträgt maximal 45.000 €. Liegt der Verkaufspreis darunter, werden Sie steuerlich nicht belastet.
  • Achtung: Verkaufen Sie Ihren Gewerbebetrieb erst während des Rentenbezugs, dann berücksichtigt die SVLFG den steuerlichen Freibetrag in den Sparten Berufsgenossenschaft und Alterskasse. Für die Krankenversicherung ist die Anwendung aber noch nicht abschließend geklärt. Lassen Sie sich also von der SVLFG oder von Ihrem Landvolk-Kreisverband beraten.

Weitere Details zur steuerlichen Gestaltung dieses Themas lesen Sie in der LAND & Forst-Ausgabe 47.

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