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Landgericht Verden

Lampe-Prozess: Gerichtsurteil am 16. Januar

Lothar-Lampe
Sabine Hildebrandt, LAND & Forst
am
13.01.2018

Das Urteil zum spektakulären Lothar Lampe-Prozess steht bevor: Nach der Millionenbetrugsklage geht es am 15. und 16. Januar in die letzten Verhandlungstage.

Der Untreue-Strafprozess gegen den ehemaligen Landvolk-Vorsitzenden aus Diepholz, Lothar Lampe, und den ehemaligen Geschäftsführer, Wilhelm Bergmann, geht voraussichtlich jetzt Montag (15. Januar) in die letzte Runde.

Am Montag, 15. Januar, tritt das Gericht um 9 Uhr zusammen, um die Plädoyers zu hören. Am Dienstag, 16. Januar, folgt dann die Urteilsverkündung. Damit würde ein spektakulärer Prozess enden, der das Landvolk Diepholz seit fünf Jahren in Atem hält.

Beobachter erwarten eine Bewährungsstrafe. In dem Prozess geht es um zwei Großspenden von insgesamt 1,1 Millionen Euro an die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft (Berlin) und an die Edmund-Rehwinkel-Stiftung. Das Geld war 2009 geflossen.

    Lothar Lampe veruntreute sechs Millionen Euro

    Die Hintergründe hier nochmal in Kürze:

    • Im Juni 2013 wurden erstmals Vorwürfe laut, dass Lampe in seiner Funktion als Geschäftsführer der Landvolk Dienstleistungs GmbH bei der Errichtung von Windparks Geld veruntreut haben soll. Zunächst war nur von einer Millionen Euro die Rede.
    • Ziemlich schnell stellte sich aber heraus, dass Lampe mit der Projekt- und Betreibergesellschaft Westwind mehr verband als eine einfache Geschäftsbeziehung. „Lampe kassierte immer doppelt“, beschrieb ein Prozessbeobachter das Vorgehen.
    • Zum einen verhandelte er mit Westwind den Windpark-Rahmenvertrag. Dabei flossen enorme Beraterhonorare von mehreren Millionen  Euro.
    • Zum anderen sicherte er sich selbst großzügige Anteile an den begehrten Windparks und profitierte von den Ausschüttungen.
    • Auch der damalige Geschäftsführer war in die Windgeschäfte verwickelt.
    • Das Landvolk klagte und erzielte im Zivilprozess vor dem Oberlandesgericht Celle einen Erfolg: Im Januar 2017 verurteilte das OLG die Angeklagten zur Zahlung von sechs Millionen Euro. Der Löwenanteil entfiel auf Lampe.
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