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Landgericht Verden

Lampe-Prozess: Verfahren von zwei Mitangeklagten eingestellt

Lothar-Lampe
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Cornelia Krieg, LAND & Forst
am
23.11.2017

Im Untreue-Strafprozess gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Landvolk Diepholz, Lothar Lampe, hat das Landgericht Verden heute (23.11.) das Verfahren gegen zwei Mitangeklagte, den ehemaligen Landvolk-Steuerberater Johann-Lüken Gerdes und dessen Ehefrau Algrid Hagen-Gerdes, vorläufig eingestellt. Beide müssen jetzt jeweils 7.000 Euro an die Landeskasse zahlen.

Das Landgericht Verden hat das Strafverfahren gegen den ehemaligen Landvolk-Steuerberater Johann-Lüken Gerdes und dessen Ehefrau Algrid Hagen-Gerdes wegen Beihilfe zur Untreue vorläufig eingestellt. Einzige Bedingung: Beide müssen jetzt jeweils 7.000 Euro an die Landeskasse zahlen. Das hat der Vorsitzende Richter am Landgericht Verden, Markus Tittel heute am 3. Prozesstag verkündet.

 

Teileinstellung für Lampe und Bergmann

Außerdem kündigte Richter Tittel an, das weitere Verfahren gegen Lampe und den ehemaligen Geschäftsführer Wilhelm Bergmann mit Einverständnis der Staatsanwaltschaft auf bestimmte Tatvorwürfe beschränken zu wollen: Dabei geht es um zwei Großspenden von insgesamt 1,1 Mio. Euro an die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft (Berlin) und an die Edmund-Rehwinkel-Stiftung, die Lampe 2009 veranlasst hat sowie um gezahlte Honorarforderungen für Tätigkeiten Bergmanns in Verbindung mit Windparkprojekten. In allen Fällen fehlte die nötige Zustimmung der Gesellschafterversammlung.

Lampe: Habe "Verteilungskämpfe" vermeiden wollen

Lampe verteidigte die Spenden vor Gericht damit, dass er Sorge gehabt habe, dass es wegen des erheblichen Vermögens, das die Landvolk Dienstleistungsgesellschaft, mit dem Windparkgeschäft erwirtschaftet habe, zu „Unruhe“ und „Verteilungskämpfen“ innerhalb des Kreisverbands kommen könnte. Er als Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft habe stattdessen die Idee für die Spenden gehabt und sei fest davon überzeugt gewesen, „dass das eine sehr gute Sache ist“.

Denn das Interesse von Landwirten, den ländlichen Raum attraktiv zu machen, decke sich mit dem Zweck der beiden Stiftungen. Dass er für die Spenden eine Zustimmung der Gesellschafterversammlung benötigt hätte, sei ihm nicht klar gewesen. Er habe oft mit größeren Summen hantiert, ohne dass eine Zustimmung notwendig gewesen oder verlangt worden sei.

Weitere Details zum 3. Prozesstag lesen Sie in Ausgabe 48 der LAND & Forst

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