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Gerichtsverfahren

Landgericht Verden: Lampe-Gerichtsprozess vertagt

Lothar-Lampe-Gerichtsprozess
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Redaktion LAND&Forst, LAND & Forst
am
15.01.2018

Nach 39 Minuten war alles vorbei. Statt der geplanten Plädoyers vertagte das Landgericht Verden heute Morgen die Verhandlung im spektakulären Lampe-Prozess.

Das ging schnell: Statt der geplanten Plädoyers vertagte das Landgericht Verden heute Morgen nach nur 39 Minuten die Verhandlung gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Landvolks Diepholz, Lothar Lampe,  und den ehemaligen Geschäftsführer, Wilhelm Bergmann. Dessen Verteidiger hatte die Unterbrechung beantragt.

Die Fortsetzung folgt nun am morgigen Dienstag um 9 Uhr. Ob dann schon ein Urteil in dem Untreue-Prozess um eine  Millionenspende gesprochen werden kann, ließ der Vorsitzende Richter Markus Tittel offen.Die Zwangspause wurde alleine von Bergmanns Pflichtverteidiger Dr. Jochen Heidemeier erwirkt. Das Gericht hatte zu Beginn seinen Antrag, weitere Zeugen anzunehmen, abgelehnt und zum anderen die Anklage konkretisiert.

Millionenspende an Stiftung Deutsche Kulturlandschaft

Die Zeugen sollten vermutlich aussagen, dass die Millionenspende an die Stiftung Deutsche Kulturlandschaft im geschäftsführenden Vorstand des Landvolks besprochen worden sei.

Deshalb, so Heidemeier, sei sein Mandant davon ausgegangen, dass die Überweisung rechtens sei und habe den Vorgang nicht hinterfragt.

„Selbst wenn Herr Lampe die Einwilligung vorher eingeholt hätte, wäre das für uns ohne Bedeutung“, begründete Richter Markus Tittel die Ablehnung der Beweisaufnahme. „Wir haben keine Erkenntnisse, dass es einen Beschluss des geschäftsführenden Vorstandes gab“, stellte Tittel klar.

Lothar Lampe wollte Verteilungskämpfe vermeiden

Lampe hatte im Laufe des Prozesses ausgesagt, dass er nicht über das Geld gesprochen habe, „um Verteilungskämpfe zu vermeiden.“ Später habe auch das ehemalige Landvolkvorstandsmitglied Adolf Oehlmann bestätigt, dass es keinen Beschluss über die Spendensumme gab.

Als Richter Markus Tittel mitteilte, dass es im Fall Wilhelm Bergmann um Unterlassen durch vorheriges gefährliches Tun geht, sah Heidemeier darin eine „Umformulierung der Anklage“. Er benötige Zeit, um sich vorzubereiten und beantragte deshalb die Vertagung.

Plädoyer im Lampe-Prozess für 16. Januar erwartet

Oberstaatsanwältin Dr. Dagmar Schubert reagierte deutlich: „Das ist keine Umformulierung, wir haben bereits mehrfach über diese Variante gesprochen. Und wenn Sie sich vorbereiten, kann das keine Überraschung für Sie gewesen sein.“

Richter Tittel bedauerte, dass die Beweisaufnahme nicht geschlossen werden könne. Ebenso wie die Staatsanwältin sprach er die Hoffnung aus, dass nun am morgigen Dienstag die Plädoyers gehalten werden und anschließend ein Urteil gefällt werden kann.

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