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Gerichtsurteil

Wegen Gewässerverschmutzung: Landwirt verliert Jagdschein

Jäger-Jagd
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Cornelia Krieg, LAND & Forst
am
01.11.2017

Weil ein Gericht ihn wegen Gewässerverschmutzung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 80 Euro (insgesamt 7.200 Euro) verurteilt hat, verliert ein Landwirt jetzt auch seinen Jagdschein.

Das Amtsgericht Vechta hatte den 58-jährigen Biogas-Bauern aus Holdorf per Gerichtsurteil für schuldig befunden, über unterirdische Rohre vorsätzlich belastetes Wasser in einen öffentlichen Graben geleitet zu haben. Standardmäßig haben Geldstrafen von mindestens 60 Tagessätzen zur Folge, dass auch der Jagdschein entzogen wird.

Um das zu verhindern, ging der Landwirt in Berufung. Sein Anwalt schlug während der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Oldenburg vor, die Anzahl der Tagessätze auf 59 zu reduzieren und im Gegenzug die Tagessätzezu erhöhen. Damit fand er bei Richter und Staatsanwalt aber kein Gehör: Eine vorsätzliche Gewässerverunreinigung sei mit Strafen von bis zu 5 Jahren Gefängnis bedroht. Das Gerichtsurteil über 90 Tagessätze sei daher nicht zu beanstanden. Sie zu senken komme nicht in Frage, entschied der Vorsitzende Richter.

Der Anwalt des Landwirts zog daraufhin die Berufung zurück.

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