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Geld & Recht

Mindestlohn: Landwirte sagen ihre Meinung

von , am
04.03.2015

Die Umsetzung des Mindestlohns und die neue Dokumentationspflicht ist ein "heiß" diskutiertes Thema. Wir haben uns umgehört, wie Spargel- und Erdbeeranbauer dazu stehen.

Der neue Mindestlohn lässt die Lohnkosten bei Sonderkulturen wie Spargel kräftig steigen. © Raupert

Jochen und Doris Henninges aus Thune bei Braunschweig bewirtschaften zurzeit 7 ha Spargel. Die gesamte Erntemenge wird ab Hof vermarktet. Familie Henninges beschäftigt 16 Saison-Arbeitskräfte (AK), wobei der Großteil aus Polen kommt. Dass der Mindestlohn mit 7,40 €/h im ersten Jahr umgesetzt wird, ist für den Praktiker keine Frage.

Andere Wettbewerber im Blick

Was ihn nun aber bewegt, ist, ob er die Differenz zu den in den Vorjahren niedrigeren Löhnen voll in 2015 durchreichen wird und auf den Verkaufspreis aufsattelt. "Wir schauen erst einmal, was unsere Wettbewerber machen", bemerkte der Landwirt aus Thune. Irgendwie müsse er seine um etwa 5.000 Euro steigenden Kosten natürlich auffangen, weiß Henniges, denn die Löhne machen bei ihm schließlich einen Anteil von über 30 % der Gesamtkosten aus. Bei Maschinen und Arbeitskräften seien aber alle Reserven ausgeschöpft, sodass letztendlich doch am Endpreis gedreht werden müsse.
 
An eine Absprache unter den Spargelbauern bzw. an ein einheitliches Vorgehen in der Region glaubt er nicht. Jeder müsse selbst entscheiden, ob er seine höheren Kosten gleich in 2015 durch eine Preiserhöhung auffängt oder erst in den kommenden Jahren. Wenn er jedoch den Produktpreis erhöht, will er das auch auf seinem Hof mit Hinweisen zu den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen offensiv vor den Kunden begründen.

Weitere Meinungen lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe  10/2015 auf den Seiten 16 und 17. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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