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Geld & Recht

Was Pedelec und E-Bike unterscheidet

von , am
07.05.2013

Die Begriffe "Pedelec" und E-Bike werden häufig gleichgesetzt. Wir erklären, welche Arten Elektrofahrräder es gibt, worauf im Straßenverkehr zu achten ist und was in puncto Versicherung gilt.

Was Pedelec-Fahrer dürfen, kann für E-Biker untersagt sein. © imago: Friedrich Stark

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Elektrofahrrädern, nämlich Pedelecs und E-Bikes. Pedelec bedeutet "Pedal Electric Cycle" und bezeichnet ein Fahrrad mit Elektromotor, das den Fahrer beim Treten unterstützt. Der Motor springt also erst dann an, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Ist die Geschwindigkeit von 25 km/h erreicht, geht der Motor aus. Außerdem ist die Leistung des Motors auf 250 Watt beschränkt.

Rechtlich ein Fahrrad

Pedelecs gelten rechtlich als Fahrrad, sie dürfen daher auf Radwegen fahren. Ist der Radweg mit einem blauen Schild gekennzeichnet, muss er auch benutzt werden. Pedelec-Fahrer dürfen Einbahnstraßen in die Gegenrichtung befahren, wenn dies so für Fahrradfahrer freigegeben ist. Entsprechendes gilt für Fußgängerzonen. Außerdem sind Pedelecs zulassungsfrei und brauchen daher auch kein Kennzeichen oder eine Fahrerlaubnis. Eine Helmpflicht besteht nicht, es ist aber ratsam, zur eigenen Sicherheit einen Helm zu tragen.

Meistens haben Pedelecs eine Anfahr- oder Schiebehilfe bis 6 km/h. So kommt das Fahrrad auch ohne Treten in Schwung. Rechtlich gelten die gleichen Vorschriften wie für das "normale" Pedelec (siehe oben). Es wird aber nicht mehr als Fahrrad angesehen, sondern als Kleinkraftfahrzeug, für das eine Ausnahmeregelung gilt. Daher Achtung: Diese Variante der Pedelecs darf nur von Personen gefahren werden, die mindestens 15 Jahre alt sind. Entsprechend müssen die Fahrer entweder eine Mofa-Prüfbescheinigung besitzen (das gilt für Personen, die nach dem 1. April 1965 geboren sind) oder einen Führerschein für schnellere Fahrzeuge, wie etwa einen normalen Autoführerschein.

E-Bike ist Kraftfahrzeug

Ein E-Bike hingegen ist ein Elektrofahrrad, das ohne Muskelkraft des Fahrers auskommt. Sie werden auch als schnelle Pedelecs bzw. als S-Pedelecs oder Pedelec 45 bezeichnet. Ohne Treten ist eine Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h erlaubt. Allerdings unterstützt der Motor auch das Fahren bis 45 km/h. Dazu muss der Fahrer allerdings in die Pedale treten. Die Motorleistung der E-Bikes beträgt bis zu 500 Watt. E-Bikes gelten ebenfalls nicht als Fahrräder, sondern als Kleinkraftfahrzeuge. Für sie benötigt man wieder eine Mofa-Prüfbescheinigung oder einen Führerschein für leistungsstärkere Fahrzeuge. Kinder dürfen nicht in Anhängern transportiert werden. Das ist nämlich nur für Fahrräder und Pedelecs zulässig.

Fahrer dürfen das E-Bike nur auf der Straße fahren. Ausnahmsweise ist es auch erlaubt, den Radweg zu benutzen, wenn er mit dem Schild „Mofas frei“ gekennzeichnet ist. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass alle Wege, die per Schild für Mofas gesperrt sind, auch nicht von E-Bikes befahren werden dürfen. Dort sind wieder nur Fahrräder und Pedelecs erlaubt. Fußgängerzonen sind ebenso tabu wie die Gegenrichtung von Einbahnstraßen.

Übrigens: Wer Alkohol trinkt und sich danach aufs E-Bike setzt, sollte bedenken, dass erheblich niedrigere Promille-Grenzen gelten als für Radfahrer. Ein E-Bike zählt als Kraftfahrzeug. Das heißt: Die "absolute" Fahruntüchtigkeit ist spätestens mit 1,1 Promille erreicht! Bei Fahrrädern und Pedelecs gilt dagegen ein Grenzwert von 1,6 Promille.

E-Bikes brauchen ein Nummernschild (Versicherungskennzeichen)  und müssen wie ein Mofa mit einer Haftpflichtversicherung versichert werden. Diese kommt für Schäden auf, die man im Straßenverkehr einem anderen Verkehrsteilnehmer zufügt. Das Versicherungskennzeichen erhält man direkt bei seinem Kraftfahrtversicherer.

Unsicherheit beim Helm

Verunsicherung besteht bei der Helmpflicht, denn diese hängt von der Geschwindigkeit ab. Während Pedelecs, die bis zu 25 km/h schnell werden keiner Helmpflicht unterliegen, brauchen E-Bike-Fahrer die ohne Treten eine Geschwindigkeit bis zu 20 km/h erreichen, dennoch einen "geeigneten" Helm, da die zusätzliche Tretunterstützung eine Geschwindigkeit über 25 km/h erlaubt. Was als geeigneter Helm gilt, ist rechtlich nicht geklärt. Nach derzeitigem Stand dürfen sowohl Fahrrad- als auch Mofa-Helme benutzt werden.

Mit einer Kaskoversicherung kann man das E-Bike gegen Diebstahl versichern. Wer sich ein Pedelec kauft, sollte dagegen bei seiner privaten Haftpflichtversicherung nachfragen, welche Schäden abgedeckt sind und dann gegebenenfalls den Versicherungsschutz erweitern. Verletzt jemand mit seinem Pedelec oder E-Bike beispielsweise einen Fußgänger oder beschädigt ein parkendes Auto, muss er für den entstandenen Schaden aufkommen. Ohne Versicherungsschutz muss der entstandene Schaden selbst bezahlt werden.

Pedelecs lassen sich, ebenso wie nomale Fahrräder, über die Hausratversicherung gegen Diebstahl versichern. Nachts sollte das Pedelec aber in einem abschließbaren Raum abgestellt sein - dann besteht in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr Versicherungsschutz.
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