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Geld & Recht

Rente: Aufwertung von Ausbildungszeiten

von , am
18.08.2015

Auszubildende sind sozialversicherungspflichtig und zahlen somit auch in die Deutsche Rentenversicherung. Das sind meist nur geringe Beträge. Trotzdem kann die Ausbildung für die spätere Rente deutlich mehr wert sein.

Optimal genutzt, lassen sich mit Ausbildungszeiten noch einige Euro Rente rausschlagen. © Mühlhausen/landpixel

Ausbildungszeiten sind seit dem 1. März 1957 Pflichtbeitragszeiten. Davor war eine Lehre nicht versicherungspflichtig, wenn der Lehrling keinen Lohn, nur geringe Barbezüge oder Sachbezüge wie freie Kost und Wohnung erhielt. Vor dem 1. März 1957 liegende, nicht versicherungspflichtige oder versicherungsfreie Lehrzeiten sind Anrechnungszeiten - das sind Zeiten, in denen der Versicherte aus persönlichen Gründen an der Beitragszahlung gehindert war. Anrechnungszeiten können unter bestimmten Voraussetzungen die Rente erhöhen bzw. zählen bei der Wartezeit mit. Voraussetzung ist, dass die Zeiten nach Vollendung des 17. Lebensjahres liegen und die Lehre erfolgreich abgeschlossen worden ist.

Lehrlingszeiten vom 1. Juni 1945 bis zum 30. Juni 1965 gelten auch ohne Beitragszahlung als Pflichtbeitragszeiten, selbst wenn für sie keine Beiträge gezahlt wurden, aber Beitragspflicht bestanden hat. Voraussetzung ist, dass eine erfolgreiche Ausbildung nachgewiesen wird, zum Beispiel durch ein Prüfungszeugnis oder einen Gehilfenbrief. Für jeden Kalendermonat solcher Zeiten werden bei der Rentenberechnung 0,025 Entgeltpunkte zugrunde gelegt. Das sind 0,3 Entgeltpunkte pro Jahr. Das entspricht einer monatlichen Bruttovergütung nach aktuellem Recht von 875 Euro.

Versicherungsverlauf kontrollieren

Alle Pflichtbeitragszeiten als Lehrling sind als Zeiten der beruflichen Ausbildung beitragsgeminderte Zeiten. Das bedeutet, dass in einer Vergleichsberechnung festgestellt wird, ob die Berücksichtigung der tatsächlichen Arbeits- bzw. Ausbildungsverdienste oder die Berücksichtigung von 75 % des Gesamtleistungswertes (das ist der Durchschnittsverdienst aller Versicherten) zu einer höheren Rente führt. Auskunft darüber gibt der Versicherungsverlauf. Im Versicherungsverlauf müssen die Zeiten der beruflichen Ausbildung als "Pflichtbeiträge für berufliche Ausbildung" gekennzeichnet sein. Ist dieses nicht der Fall, sollte der Versicherte prüfen, ob die Voraussetzungen hierfür vorliegen und ggf. eine Ergänzung des Versicherungsverlaufs beantragen mit entsprechenden Nachweisen. (Prüfungszeugnis, Gehilfenbrief).
 
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