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Waffenrecht

Selbstladebüchsen für Jäger verboten?

Rechtsanwalt
Clemens H. Hons, Hannover
am
21.04.2016

Dürfen Jäger Halbautomaten mit wechselbarem Magazin besitzen? Das Bundesverwaltungsgericht hat jetzt ein Urteil darüber gesprochen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat Anfang März ein Urteil darüber gesprochen, ob Jäger Halbautomaten mit wechselbarem Magazin besitzen dürfen. Die Entscheidung stiftet vor allem eines: Verwirrung.

Beim Ansitz oder der Pirsch verwenden die meisten Jäger einen Repetierer oder eine Kipplaufwaffe. Damit sind sie gut ausgestattet. Bei Bewegungsjagden - gerade auf Sauen - finden jedoch Selbstladebüchsen immer mehr Anhänger.

Nur Selbstladebüchsen mit wechselbaren Magazinen

Nur wenige dieser Halbautomaten verfügen über ein fest eingebautes Magazin. Die meisten der auf dem Markt befindlichen Selbstladebüchsen können mit unterschiedlichen Magazinen bestückt werden („wechselbare Magazine“).

Für die Jagd gilt das sachliche Verbot nach  BJagdG (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 c). Danach ist es verboten, „auf Wild mit halbautomatischen oder automatischen Waffen, die mehr als zwei Patronen in das Magazin aufnehmen können, zu schießen.“

So haben Jäger, die Selbstladebüchsen führen, regelmäßig zwei Magazine auf Lager. Ein kleines, das maximal zwei Patronen aufnehmen kann, wird bei der Jagd geführt, ein anderes, größeres wird auf dem Schießstand genutzt.

Urteil führt zur Verunsicherung bei Jägern

Mit zwei gleichlautenden Entscheidungen vom 7. März 2016, Az. 6 C 59/14 und 6 C 60/14 hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) sich mit halbautomatischen Büchsen (Selbstladebüchsen) befasst.

Es hat ihren Erwerb und Besitz für jagdliche Zwecke generell für unzulässig erklärt, wenn Wechselmagazine in die Halbautomaten eingeführt werden können, die mehr als zwei Patronen aufnehmen können.

Das Urteil hat zu einer erheblichen Verunsicherung bei Jägern, Schießstandbetreibern, aber auch bei den Waffenbehörden geführt.

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