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Wettergefahren

Unwetter: Was Landwirte über Versicherungen wissen sollten

Sturmschaeden-Mehrgefahrenversicherung-Versicherung
Heino Beewen, Landvolkdienste
am
06.10.2017

Sturm, Hagel und Regen in Mengen: Landwirte sind in diesem Jahr sehr gebeutelt von extremen Unwettern. Für solche Fälle brauchen Sie die passende Versicherung.

Extreme Wetterereignisse haben in diesem Jahr gerade auch auf landwirtschaftlichen Flächen starke Schäden angerichtet. Landwirte sollten deshalb mit den richtigen Versicherungen ausgestattet sein.

Folgendes ist zu beachten:

  • Die einzelnen Naturgefahren sind nicht losgelöst voneinander versicherbar.
  • Vielmehr bieten die Gesellschaften Kombinationsmöglichkeiten an.
  • Grundlage ist immer die Hagelversicherung.

Die Bündelung beruht darauf, dass Sturm und Starkregen sehr oft gleichzeitig geschehen. Was angeboten wird, zeigt die nachfolgende Tabelle 1 zum Herunterladen. Eine Kombination kann im Einzelfall für Versicherungsnehmer nachteilig sein.

Hat die jeweilige Gesellschaft in ihren eigenen „Annahmerichtlinien“ formuliert, dass sie beispielsweise eine bestimmte Frucht nicht gegen Sturm versichern wollen, dann ist damit der Versicherungsschutz gegen Starkregen automatisch ebenfalls ausgeschlossen.

Doch wie passt die Kombinationslösung der Versicherer zu Kulturartenzusammensetzung des jeweiligen landwirtschaftlichen Betriebs? Hier scheint sich mittlerweile eine marktübergreifende Lösung am Markt durchgesetzt zu haben.

Je nach Betrieb und Kultur werden individuelle Lösungen abgebildet. Das heißt, das Getreide kann gegen Hagel und beispielsweise die Rüben oder Kartoffeln gegen die Gefahrenkombination Hagel, Sturm und Starkregen versichert werden.

Eine Unterscheidung innerhalb der Kultur wird nicht zugelassen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, die Rüben von bestimmten Flächen gegen Hagel zu versichern und die Rüben anderer Flächen gegen Hagel, Sturm und Starkregen. Welche Kulturen überhaupt versicherbar sind, zeigt die folgende Tabelle 2 zum Herunterladen:

Was die Zusatzversicherung kostet

Die Prämienhöhe für die versicherten Elementargefahren bestimmt sich nach dem individuellen Risiko der jeweiligen Kultur:

  • Es wird ein separater Beitrag für das Sturm- bzw. Starkregenrisiko erhoben.
  • Je nach Gemeinde und Fruchtart sind das meist 40 bis 100 % des Hagelbeitrags.

Auf eine Anfrage zu verbindlichen Beitragsinformationen an den ausgewählten Standorten Peine-Eixe und Wesuwe-Siedlung (Haren im Emsland) haben nur die MMAgrar und der Anbieter VGH geantwortet.

Angebot der MMAgrar

Der Beitrag der MMAgrar für den Standort Peine-Eixe wurde wie folgt angegeben:

  • für die Hagelversicherung, bezogen auf einen Hektar Anbaufläche je nach Kultur zwischen 6,52 € (Weizen – Versicherungssumme 1.000 €/Hektar) und 32,39 € (Raps – Versicherungssumme 1.500 €/Hektar),
  • der Beitrag für die Zusatzdeckung für Sturm bzw. Starkregen zwischen 6 € (Weizen) und 24 € (Kartoffeln – Versicherungssumme 4.000 €/Hektar).

Der Beitrag der MMAgrar für den Standort Wesuwe-Siedlung wurde wie folgt angegeben: 

  • Der Beitrag für die Hagelversicherung beträgt bei gleicher Versicherungssumme zwischen 3,40 € (Weizen) und 16,91 € (Raps).
  • Der Beitrag für die Zusatzdeckung liegt zwischen 6,00 € (Weizen) und 24,00 € (Kartoffeln).

Die Zahlen verstehen sich netto, ohne Versicherungssteuer.

Angebot der VGH

Zum Vergleich die Antwort der VGH:

  • Für den Standort Peine-Eixe ergibt sich unten den gleichen Voraussetzungen ein Beitrag zur Hagelversicherung zwischen netto 5,60 € (Weizen) und 22,40 € (Kartoffeln) und
  • für den Standort Wesuwe-Siedlung zwischen netto 4,40 € (Weizen) und 18,40 € (Kartoffeln).
  • Eine Zusatzdeckung für Sturm und Starkregen wird hingegen nicht angeboten.

Noch ein Hinweis: Wird ein Bestand zum Totalschaden abgeschrieben, was sinngemäß auch auf den Umbruchschaden zutrifft, dann ist der gezahlte Beitrag verbraucht. Für die Folgekultur wird ein neuer Jahresbeitrag fällig.

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