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Agrarpolitik

Die große Flatter bleibt ungelöst

von , am
30.07.2014

Der Konflikt um Gänse-Fraßschäden bleibt weiterhin ungelöst. Die Regierungsmehrheit hat noch Informationsbedarf. Sie stimmte im Landtag für ein Monitoring, um daraus ein Management zu entwickeln.

Die wachsende Gänsepopulation, wie hier in der Nähe des Ochsenmoors am Dümmer See, sorgt für politischen Dikskussionsstoff. Nun soll ein Monitoring helfen. © Nobbe
Zusätzlich soll ein Arbeitskreis aus Jägern, Landwirten, Naturschützern und Wissenschaftlern Aufschluss über das Verhalten der Vögel bringen. Wilke Siebels, Bezirksvorsitzender der ost-friesischen Jägerschaften, ist verärgert: "Gegen ein Monitoring ist grundsätzlich nichts zu sagen. Aber wenn man die Jagdzeiten kürzt, fehlen doch die Vergleichswerte." Im Juni hatte sein Bezirksverband mehr als 6.500 Unterschriften an das Landwirtschaftsministerium übergeben. Die Unterzeichner forderten eine Erweiterung der Jagdzeiten. Das Gegenteil passierte.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) präsentierte den Entwurf einer Jagdzeitenverordnung, der den Forderungen der Verbände völlig widersprach (wir berichteten). "Wenig faktenorientiert, wenig ausgewogen , großer Überarbeitungsbedarf", lautete die Reaktion der Verbandspräsidenten von ZJEN (Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen e.V.) und Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Weder die geplante ganzjährige Schonzeit auf Bläss- und Saatgänse noch die Verkürzung der Jagdzeiten auf Gänse und Enten in Schutzgebieten sei nachvollziehbar.

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) warb im Landtag für Verständnis. Man wolle mit dem Monitoring zum Ausgleich zwischen Jägern, Naturschützern und Landwirten beitragen. Es solle geprüft werden, ob die Entschädigung von Fraßschäden auf Grünland ausgeweitet werden könne.

Für die CDU-Fraktion forderte Ernst-Ingolf Angermann, dass Maßnahmen ergriffen werden müssten, damit die Gänse auch Vertragsnaturschutzflächen als Äsungsflächen annehmen. "Dazu gehört in erster Linie eine gezielte Bejagung". Weit über eine Mio. Gänse rasten in den Küstenregionen. Sie sind von Oktober bis April auf Nahrungssuche, die Jagdzeit dauert aber nur zweieinhalb Monate. Kritik übte auch Hermann Grupe (FDP). "Das Problem taucht zunehmend im Inland auf. Wie soll es da mit der Entschädigung laufen?" Der Antrag wurde an den Umweltausschuss überwiesen. 
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