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Lohnunternehmer

Agrarservice: In fünf Jahren vom Azubi zum Chef

Vater und Sohn Luebke
Christiane Hüneke-Thielemann
am
27.11.2018

Bundesweit bester Agrarservice-Azubi war Heiko Lübke aus Altenbücken (Kreis Nienburg) vor fünf Jahren. Heute leitet er einen eigenen Betrieb.

Der Beruf "Fachkraft für Agrarservice" ist ein Job mit guter Perspektive – wenn die Karriere vielleicht auch nicht immer ganz so steil verläuft wie bei Heiko Lübke aus Altenbückem im Kreis Nienburg. Der 29-jährige Niedersachse leitet heute einen Betrieb mit rund 20 Mitarbeitern.

Lübke wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf, und für ihn stand schnell fest: "Landtechnik und Pflanzenanbau ja – aber ungern Tierzucht." Und da erwies sich nach einer Mechatroniker-Lehre die zweite Ausbildung als Agrarservice-Kraft für ihn als goldrichtig. Zwei Jahre später sattelte er den "Agrarservice-Meister" obendrauf.

Mit Erfolg zum Gesellschafter und Eigentümer

Zunächst bewirtschaftete Heiko Lübke gemeinsam mit seinem Vater den Hof in Bücken und arbeitete dort auch als Lohnunternehmer. Dann kam eine interessante Anfrage von der Lohn-Unternehmer-Service GmbH und Co. KG (L.U.S., vormals Biermann GmbH). "Volker Biermann hatte mich gefragt, ob ich das Team als Disponent ergänzen wollte", erzählt Heiko Lübke. Das war Anfang 2016.

Schon zum Jahresende übernahm er das Unternehmen als Geschäftsführender Gesellschafter und Eigentümer, denn der bisherige Inhaber hatte sich nach gut 20 Jahren im Lohnunternehmer-Geschäft zu einer neuen Tätigkeit entschlossen.

Mehr Schreibtisch, weniger Maschinen

"Für die Kunden und Mitarbeiter hat sich damals kaum etwas verändert. Ich habe ja alle Beschäftigten komplett übernommen", erzählt der Agrarservice-Meister. Am meisten hat sich für ihn selbst verändert: "Ich sitze jetzt viel mehr am Schreibtisch und weniger auf den Maschinen".

Wobei es so ganz ohne dann doch nicht geht: "Ab und zu fahr ich auch selbst raus – und wenn’s am Wochenende oder nachts ist", sagt er und lacht.

Klassische Lohnunternehmer-Aufgaben und Branchenfremdes

Zu tun hat er im Management der Firma genug: Mit 20 Mitarbeitern, zehn Aushilfen und einem Maschinenpark von unter anderem 16 Schleppern, vier Mähdreschern und drei Maishäckslern ist seine Mannschaft im Umkreis von rund 75 Kilometern im Einsatz. Die großen Schüttgut- oder Transport-Lkw sind auch schon mal in ganz Deutschland unterwegs.

Seine Firma wickelt klassische Lohnunternehmer-Aufgaben von Ernte- und Futterbergung über die Komplettbewirtschaftung von Flächen bis zum Gülle- und Klärschlammtransport ab. Wobei im Winter durchaus auch mal branchenfremde Aufgaben dabei waren: "Letztes Jahr zur Weihnachtszeit haben wir für eine Spedition Pakete von den Frachtzentren abgeholt und zu den Postfilialen gebracht."

Ackerbau im Nebenerwerb

Der Ackerbau in Bücken läuft noch im Nebenerwerb. "Unser Zwei-Mann-Lohnunternehmen ist in den Wietzener Betrieb mit eingeflossen", erzählt Heiko Lübke. Damit hat auch sein Vater nun einen neuen Job und einen neuen Chef – den eigenen Sohn.

Kürzlich hat der Bundesverband der Lohnunternehmen Heiko Lübke übrigens für seine Reihe "Agrarservice im Profil" mit der Kamera begleitet: Der Video-Clip soll demnächst als neuer Beitrag auf der Verbands-Website zu sehen sein.

Ihr interessiert Euch auch für eine Karriere als Fachkraft Agrarservice? Infos und Stellen auf:

Mehr zum Thema lest Ihr in der Ausgabe 47 der LAND & Forst.

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