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Ausbildung

Wenn alles passt!

von , am
05.06.2013

Als einer der Besten schließt Torben Richelsen aus Schleswig Holstein das DLG-Trainee-Programm ab. Der 23-Jährige ist der Jüngste im Trainee-Team, hat keine Zeit verloren, bereits viel gesehen und blickt neugierig in die berufliche Zukunft.

Zielstrebig: Junglandwirt Torben Richelsen. © Wilkening

Zwei landwirtschaftliche Lehrjahre in Schleswig-Holstein, ein Jahr in Niedersachsen, dann die Fachschule Agrarwirtschaft in Celle, ein dreimonatiger Kanada-Aufenthalt, danach sechs Monate in Paraguay - bereits vor dem DLG Trainee Programm hat der Junglandwirt, dessen Familie in der Nähe von Flensburg einen Milchvieh- und Ackerbaubetrieb bewirtschaftet, schon viel erlebt und gelernt. Den Entschluss beim DLG-Programm mitzumachen, fasste er gemeinsam mit einem Kollegen. "Wir haben uns informiert, beworben, vorgestellt und dann passte alles", erzählt Richelsen.

Management, Milch und eine Portion Mut

Ziel des Managementprogramms der DLG ist die Vorbereitung der Teilnehmer auf Management- und Leitungspositionen in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie in landwirtschaftlichen Betrieben. In zwei Bausteinen, einer Seminar- und einer Praxisphase, bekommen die Trainees innerhalb von neun Monaten Praxiswissen und haben innerhalb von mindestens zwölf Wochen Praktikum auch die Möglichkeit, dieses Wissen "on the job" anzuwenden. "Es ist ein sehr abwechslungsreiches Programm, man lernt viel Neues und kommt auch viel rum", sagt Richelsen. Innerhalb der zwölf Seminarwochen standen Inhalte wie Rechtsfragen, Führungskräftetraining, Marketing- und Kundenkommunikation, Qualitätsmanagement und betriebswirtschaftliche Unternehmensanalyse an jeweils unterschiedlichen Tagungsorten auf dem Programm.

"Spannend war auch die Wintertagung zur Grünen Woche in Berlin", erzählt der Junglandwirt während des Gesprächs im Bauernhofklassenzimmer des Unternehmens "Kück's Milch und mehr" in Gnarrenburg bei Bremervörde - Richelsens zweitem Praktikumsbetrieb. "Mein erstes Praktikum hab ich bei ADM (größter Ölsaatenverarbeitungs- und Raffineriekomplex Europas) in Hamburg gemacht, direkt am Hafen. Das war natürlich auch spannend, so ein internationales Unternehmen. Aber auch riesengroß."

Auf Kücks Milchhof hatte der Junglandwirt dann die Möglichkeit, Einblick in die Direktvermarktung zu bekommen und selbst Aufgaben zu übernehmen. "Ich habe zum Beispiel einen Fragebogen erstellt, den die Fahrer an die Kunden, etwa 600 Privathaushalte verteilt haben." Das Ergebnis: Nicht nur ein positives Kundenfeedback, sondern auch eine gelungene Zielgruppenanalyse. Milch in Glasflaschen halten viele Kunden für wünschenswert, im Schulbereich ist der Kakao nach wie vor der absolute Renner. "Viele Familien wünschen sich zusätzlich Butter oder Käse. Das sind Ergebnisse, mit denen hier jetzt weitergearbeitet werden kann", freut sich der Trainee. Als letzte Station steht ein zweimonatiges Praktikum bei einer EU-Abgeordneten in Brüssel an. "Das mache ich freiwillig am Ende des Programms, weil ich den Wunsch von vornherein hatte, noch einmal etwas im Politikbereich zu machen." Direkt danach beginnt er Anfang August seinen Job als Reproduktionsmanager.

Wie die letzte Klassenfahrt

"Ich habe meine Auslandserfahrungen abgeschlossen und durch das Traineeprogramm eine Menge gelernt und gesehen." Die vielfältigen Praktikumsmöglichkeiten, beruflich über den Tellerrand zu schauen sowie die Chance, Leute kennenzulernen, die die gleichen Ziele haben, sieht Richelsen als großen Vorteil des Programms. "Es macht einfach Spaß, Kontakte zu knüpfen, gemeinsam auf den Seminaren zu lernen, sich auszutauschen und es ist spannend zu sehen, was für berufliche Möglichkeiten es gibt", sagt Richelsen und fügt grinsend hinzu: "Wir sagen immer, es ist ein bisschen wie die letzte Klassenfahrt."


Weitere Infos zum DLG-Trainee-Programm gibt es hier: www.dlg-akademie.de/traineeprogramm.html
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