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Ausland

Am anderen Ende der Welt

von , am
17.07.2013

Bereits bei ihrer Ankunft war den Reiseexpertinnen Karolin und Luise klar: Zehn Tage, das reicht niemals! Ändern ließ sich das nicht mehr, aber die Beiden haben herausgefunden, wie man es richtig macht.

Neuseeland ist ein Blick wert. © Müller-Hofstedte
Neuseeland
"Welcome in Queenstown" begrüßt mich ein freundlicher Neuseeländer nach meiner Landung auf der Südinsel des Landes. Mein "Thank you" beantwortet er mit einem strahlenden "Easy!"

"Easy!" - kein anderes Wort beschreibt die entspannte Mentalität der Kiwis, ihre Zufriedenheit mit sich und ihrem Land besser.

Vogel, nicht Frucht!

Kiwi - ist der Spitzname der Neuseeländer. Viele denken irrtümlicherweise, dass die gleichnamige Frucht der Namensgeber ist. Doch ihren Namen haben die Neuseeländer einem kleinen, nachtaktiven Vogel zu verdanken, der nicht fliegen kann, dafür aber riesige Füße und starke Beine hat. Diese, nur in Neuseeland heimische, Vogelart ist das Nationalsymbol des Landes.

Aus der ganzen Welt

Hochburg der neuseeländischen Gelassenheit ist die 10.000-Seelen-Stadt Queenstown, gelegen am Ufer des Wakatipu-Sees. Nachmittags versammeln sich ihre Bewohner und Besucher am Stadtstrand, spielen Gitarre und Frisbee oder knutschen auf der Promenadenmauer. Wer Durst hat, nimmt einfach einen Schluck aus dem zweitgrößten See der Insel. Sein Wasser hat Trinkqualität.

Während wir die Promenade entlang schlendern, hören wir deutsche, englische, französische, koreanische und spanische Wortfetzen. Neuseeland zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Und damit sich die lange Reise lohnt, bleiben manche gleich ein Jahr.

Verdienter Urlaub!

Wie der aus Bayern stammende Simon, den wir am nächsten Tag bei unserer Radtour entlang der Ufer des Wakatipu -Sees treffen. Seit drei Monaten ist er in Neuseeland unterwegs und seine Reise ist noch lange nicht zu Ende. Ein Jahr verbringt der 20-Jährige am anderen Ende der Welt.

"Normalerweise könnte ich mir niemals ein Jahr Urlaub leisten" erklärt uns Simon, "dass geht nur, weil ich hier die Möglichkeit habe zu jobben."

Simon ist mit einem Working Holiday Visum in Neuseeland unterwegs und mit ihm viele andere. Angelockt durch die faszinierende Natur des Landes, den entspannten Lebensstil und die Möglichkeit in eine fremde Kultur einzutauchen, kommen jährlich tausende junger Menschen zwischen 18 und 30 Jahren nach Neuseeland, um hier zu jobben und zu reisen.

Und so geht‘s

Zwölf Monate kannst Du Dich mit dem Working Holiday Visum in Neuseeland aufhalten und zeitlich befristete Jobs annehmen - allerdings nicht länger als drei Monate bei dem selben Arbeitgeber. Bezahlt wirst Du mit Geld oder Dir wird angeboten, dass Verpflegung und Unterkunft kostenlos sind.

Die meisten Jobs gibt es in der grünen Branche. Besonders zur Erntezeit werden viele helfende Hände gebraucht, denn Neuseelands größte Wirtschaftssparte ist die Landwirtschaft.

Natur pur genießen

Während er die vertrockneten Rosenblühten abknipst, denn diese Woche arbeitet Simon als Gärtner für eine Familie, erzählt er uns welche Jobs er in den vergangenen drei Monaten schon alle hatte.

Angefangen hat er in der Hauptstadt des Landes, in Wellington. Dank seiner guten Englischkenntnisse, hat er an der Rezeption eines Hostels ausgeholfen. Doch nach einem Monat Stadt, wollte er das sehen, wofür Neuseeland so berühmt ist: seine unberührte Natur!
Auf einer Fläche von knapp 270.000 km², das entspricht ungefähr 2/3 von Deutschland, leben nur etwas über vier Millionen Menschen. Das Land besteht aus der Nord- und der Südinsel und obwohl es viel kleiner ist als Deutschland, ist die Natur abwechslungsreicher. Weiße Strände, türkisblaues Meer, tiefe Schluchten, dunkle Nadelwälder, majestätische Bergketten, Wintersportgebiete und Fjorde - Neuseeland hat dies alles.
 
Ein Mann für alle Fälle

Genau das wollte Simon erleben und so hat er seinen Rucksack gepackt, Wellington verlassen und zieht seitdem durch das Land: mal zwei Wochen als Erntehelfer auf einer Kiwi-Plantage, dann als Aushilfskraft bei der Weinlese, als Stallbursche auf einer Farm oder, wie jetzt, als Gärtner am Wakatipu-See.

Doch die Working Holidays Visa sind beschränkt. 2.000 Stück vergibt Neuseeland jährlich an Deutsche, also keine Zeit verstreichen lassen!
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