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Auf der anderen Straßenseite

von , am
04.09.2013

Lilly ist 16 Jahre. Sie wohnt mitten-drin - im Hauptstadtdschungel. In ihrer Straße reihen sich fünf- bis sechsstöckige Wohnhäuser aneinander. Lilly muss allerdings nur die Straße überqueren und schon ist die Welt eine ganz andere.

Der Besucherliebling Peppi - eine Mischung aus chinesischem Maskenschwein und Zwergschwein. © Müller-Hofstede
Es gibt es Ziegen, Meerschweinchen, Pferde, Kaninchen und vieles mehr. In diesem kleinen Reich haben die Kinder und Jugendlichen das Sagen! Das kleine Paradies in der großen Stadt nennt sich Jugendfarm Moritzhof.

Täglich zu Besuch auf der Farm

Die Stadtfarm liegt im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und wurde Anfang der 90er-Jahre auf Initiative einiger Bürger eröffnet. Lilly war fast von Anfang an mit dabei. Sie besucht den Moritzhof täglich, seitdem sie drei Jahre alt ist.

Durchschnittlich 50 Kinder und Jugendliche besuchen täglich die Farm. Viele kommen schon mittags nach der Schule her, um hier mit den anderen Kindern Mittag zu essen. Nachmittags nehmen sie dann an einer der Aktivitäten teil, helfen bei der Tier- und Gartenpflege oder spielen einfach im Hof. Die meisten der Stadtkinder sind nicht mit Tieren aufgewachsen und müssen noch einiges lernen im Umgang mit ihnen. Dabei helfen ihnen vier Pädagogen sowie FöJler (FÖJ = Freiwilliges Ökologisches Jahr) und Praktikanten.

Eine von denen, die dafür sorgt, dass nicht alles drunter und drüber geht ist die FÖJlerin Katharina. Die Berlinerin ist 17 und hat nach der Schule nicht sofort einen Ausbildungsplatz bekommen. Weil sie sich gerne mit Kindern und Tieren beschäftigt und insbesondere letzteres eine gute Vorbereitung für ihre Ausbildung zur tiermedizinischen Fachangestellten ist, hat sie sich für ein FÖJ auf dem Moritzhof entschieden. Ihr Wunsch ist es, während dieser Zeit, Kindern die Angst vor Tieren zu nehmen und ihnen den richtigen Umgang mit Tieren beizubringen. Zu ihren Aufgaben zählen Tiere füttern, Ställe ausmisten, den Hof sauber machen, Mittagessen vorbereiten, sich um die Besucher kümmern. Ähnlich wie ihrer Freundin Lilly gefällt ihr so ziemlich alles am Moritzhof. "Außer vielleicht kochen und Sonntagsdienst!" fällt Katharina nach langem Nachdenken ein.

Moritzhof sucht ab Sommer 2014 Freiwillige

Wir müssen unseren Besuch nun langsam beenden. Einige der im Hof spielenden Kinder gucken uns schon kritisch an, schließlich befinden wir uns in einem Bereich, in dem über 16-Jährige nichts zu suchen haben!

Wer vielleicht auch nicht gleich einen Ausbildungsplatz bekommt oder sich erstmal ein Jahr ökologisch engagieren möchte oder einfach noch ein bisschen Zeit zum Orientieren braucht - der Moritzhof sucht ab Sommer 2014 wieder junge Leute, die Lust auf die Arbeit mit Tieren und Kindern haben! Also bewerbt Euch.

Weitere Infos findet Ihr auch auf der Homepage unter www.jugendfarm-moritzhof.de
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