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Ausbildung

Arbeitsplatz: Wald

von , am
15.10.2013

Wie attraktiv grüne Beruf sind - zeigen "Deerns" und "Jungs" im neuen Echte Niedersachsen-Kalender. Doch wie sieht ein Alltag in diesen Berufen aus? In dieser Ausgabe: Zu Besuch bei Alisa Müller in der Nähe von Göttingen.

Alisa macht ihre Ausbildung zur Forstwirtin. © Marnie Lara Soltmannowski/ landpixel
Alisa Müllers Arbeitstag beginnt um sieben Uhr. "Wir schärfen unsere Sägen, packen unser Werkzeug zusammen und fahren in den Wald." Gemeinsam mit sechs weiteren Auszubildenden lernt sie den Beruf des Forstwirtes - übrigens als derzeit einzige Frau in ihrem Jahrgang in Niedersachsen.

Im Wald gibt es immer viel zu tun: Die Revierförsterei Reyershausen bei Göttingen gehört zum Forstamt Reinhausen und ist eine von 15 Ausbildungsförstereien in Niedersachsen. Unter der Aufsicht von Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder Ralf Fraatz pflegen die Azubis die Waldbestände, ernten Holz und bauen Bänke. Das Aufgabenspektrum ist vielfältig und macht der 22-jährigen Alisa aus Wiershausen, Landkreis Göttingen, viel Spaß: !Nur das Bäume pflanzen, das ist nicht so mein Ding.!

Forstwirtschaft ist gefährlich und körperlich anspruchsvoll. Kein Job für jedermann. So sind von 450 Forstwirten und Forstwirtschaftsmeistern bei den Landesforsten Niedersachsen nur acht weiblich. Aber Alisa ist sich ganz sicher: "Ich liebe die Natur und draußen zu arbeiten. Das ist mein Traumjob!" Nach dem Fachabitur absolvierte sie zunächst ein freiwilliges ökologisches Jahr im Jugendwaldheim Steinberg bei Hann. Münden. Dort knüpfte sie erste Kontakte zu praktizierenden Forstwirten und hielt das erste Mal eine Motorsäge in den Händen. Bald darauf bewarb sie sich um einen Ausbildungsplatz. Obwohl schon ihr Vater Forstwirt war, konnte sich Alisas Mutter nicht gerade für den Berufswunsch ihrer Tochter begeistern. Auch Freunde und Bekannte waren zunächst skeptisch. "Als ich dann die Ausbildung angefangen habe, haben es dann doch alle akzeptiert", sagt die junge Frau.

Nach anstrengenden ersten Wochen und dem ein oder anderen Muskelkater hatte sie sich an die körperliche Arbeit gewöhnt. Jetzt leistet sie genauso viel wie ihre männlichen Kollegen: "Eine Sonderbehandlung gibt es für mich nicht." Es geht raus bei Wind und Wetter, egal ob bei 30 °C im Schatten oder Frost und Schnee im Winter. "Im Sommer brauche ich
Wechselkleidung, im Winter muss ich die ganze Zeit in Bewegung bleiben, um nicht zu frieren", so Alisa. "Ins Fitnessstudio muss ich zumindest nach der Arbeit nicht mehr gehen", fügt sie  hinzu.

Auch Theorie gehört dazu

Doch auch eine angehende Forstwirtin kommt nicht ohne Theorie aus. So müssen die Auszubildenden drei Mal im Jahr nach Seesen ins Niedersächsische Forstliche Bildungszentrum Münchehof zum Blockunterricht. Dort sind sie auch untergebracht und absolvieren in Einheiten von bis zu fünf Wochen nicht nur die allgemeinen Fächer wie Deutsch, Politik, Sport und Religion, sondern lernen auch die theoretischen Hintergründe der Forstwirtschaft. Da stehen dann Themen wie Naturschutz, Windwurfaufarbeitung und Ergonomie auf dem Stundenplan. Auch wenn Alisa im theoretischen Teil eine gute Schülerin ist, fällt es ihr schwer, von einem auf den anderen Tag sechs Stunden im Klassenzimmer zu sitzen: "Man ist es einfach nicht mehr gewohnt."

Alisa war während ihrer Ausbildung vier Wochen in Schweden. Zusammen mit einem deutschen Azubi hat sie in den schwedischen Wäldern Holz mit einem Forwarder (Holzrückezug) gerückt. Eine Erfahrung, die die junge Frau nicht missen möchte. Auf die Frage, was sie nach ihrer Ausbildung machen möchte, antwortet Alisia entschieden: "Das ist ganz klar, ich will als Forstwirtin arbeiten."

Mitmachen noch bis zum 31. Oktober und gewinnen: Nachhaltigkeitspreis der deutschen Forstwirtschaft 2013. Infos unter www.wettbewerbe.forstwirtschaft-in-deutschland.de
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