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Soziale Netzwerke

Facebook: Was Sie als Landwirt beachten sollten

Bloggerin Julia Nissen, alias Deichdeern
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Redaktion LAND&Forst, LAND & Forst
am
17.07.2017

Was muss ich als Landwirt beim Umgang mit sozialen Netzwerken beachten? Bloggerin Julia Nissen, Projektleiterin vom Forum Moderne Landwirtschaft, gibt Tipps.

Viele Landwirte nutzen bereits soziale Netzwerke wie Facebook als einen Weg, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Was aber, wenn die User auf Posts mit harter Kritik reagieren? Julia Nissen, Projektleiterin vom Netzwerk Forum Moderne Landwirtschaft, "Bauernbraut" und Landleben-Bloggerin, gab in Tarmstedt beim Landjugend-Forum dazu jede Menge guter Tipps.

Wie reagiere ich am besten bei einem Shitstorm auf Facebook?

Facebook-Kritik

Im Falle eines Shitstorms empfehle ich folgendes:

  • Bleiben Sie ruhig und sachlich, nehmen Sie den kritischen Beitrag Ihres Gegenübers ernst und bedanken Sie sich auch dafür.
  • Ob Sie die Kritik annehmen, liegt bei Ihnen. Vielleicht ist sie ja auch berechtigt. Dann dürfen Sie das auch gerne mitteilen in Form von „Vielen Dank für deinen Beitrag. Guter Punkt. So habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich nehme deine Anregungen gerne mit.“
  • Die Wertschätzung Ihres Gegenübers, sei es on- oder offline, ist das A und O. Das merkt der Kritiker auch und wir haben eine Dialogebene geschaffen, auf der wir weiter sprechen können.
  • Sollte es jedoch unter die Gürtellinie gehen, empfehle ich auf die Netiquette, eine Art Hausordnung, zu verweisen. Diese sollte man im Vorfeld verfassen. Es ist in dem Fall ähnlich wie auf dem Fußballplatz oder auf dem Zeltfest: Es gibt zwei, drei Ansagen, sich bitte an die Regeln zu halten. Wer dann immer noch stört, der kommt vor die Tür.

Was muss jemand beachten, der per Facebook Öffentlichkeitsarbeit machen möchte?

Wer über Facebook vom eigenen Betrieb berichten, um Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, sollte folgendes bedenken:

  • Zuallererst muss ich mit meiner Familie und vor allem mit mir selbst klären, ob ich ein Facebook-Typ bin.
  • Wenn das der Fall ist, sollte ich überlegen, ob ich offen, dialogbereit und selbstbewusst genug bin. Ein gewisses Rückgrat gegenüber Berufskollegen und Nachbarn ist an manchen Stellen auch nicht verkehrt.
  • Außerdem muss ich den Zeitfaktor einberechnen: Die Geschichten, die ich erzählen möchte, die Pflege der Community sowie die Beantwortung der Fragen kosten Zeit, die vorab eingeplant werden muss.

Wie bringe ich auf Facebook zum Beispiel das Thema Ernte rüber?

Die Leute möchten unterhalten werden. Da geht es nicht um möglichst viel Fachwissen und viel Technik, sondern um Emotionen gepaart mit schönen, stimmungsvollen Bildern. Also zum Beispiel ein Porträt über den Drescherfahrer, der schon seit Jahren für den heimischen Betrieb fährt und jeden Schlag in- und auswendig kennt oder die Küchentruppe, die für einen reibungslosen kulinarischen Ablauf hinter den Kulissen sorgt.

Eine Idee wäre auch, eine Fahrt in den Sonnenuntergang mit dem Drescherfahrer zu verlosen. Unsere Bauern sind sonst so kreativ. Das dürfen sie auch gerne online unter Beweis stellen.

 

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