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Ausbildung

Gas geben - aber mit Köpfchen!

von , am
03.12.2013

Das Thema des Echte Niedersachsen-Kalenders 2014 ist "Grüne Berufe". Pferdewirt, Hauswirtschafter, Imkerin - sie sind in jeder Hinsicht attraktiv. Doch wie sieht ein Alltag in diesen Berufen aus?

Nicht nur Treckerfahren, auch Trecker reparieren kommt in der Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice vor: Ausbilder Tammo Leiner zeigt den Azubis André Mochner (l.) und Renke Schonvogel (r.), wie es geht. © Wilken
 
Fachkraft Agrarservice
 
"Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich mir am Anfang schon vorgestellt, dass ich hauptsächlich mit dem Trecker unterwegs bin - und die Vorstellung hat mir auch ganz gut gefallen", gibt André Mochner zu. "Ich hab dann ziemlich gestaunt, als klar wurde, was noch alles zur Ausbildung gehört", sagt der 19-Jährige, der seit August sein erstes Lehrjahr als Fachkraft Agrarservice im Lohnunternehmen von Enno Brunken in Bockhorn-Grabstede, Kreis Friesland, absolviert.

Mochners Kollege Renke Schonvogel, der die dreijährige Ausbildung zeitgleich begonnen hat, wusste dagegen, was ihn erwartet: Er hatte bereits die wöchentlichen Praxistage seines BGJ-Agrarwirtschaft im Lohnunternehmen verbracht - auch ein Grund dafür, dass es mit der Lehrstelle geklappt hat. "Wir kannten uns ja schon aus dem Praktikum", sagt sein Chef Enno Brunken.

Neun Mitarbeiter beschäftigt Brunken im Lohnunternehmen. Die Aufgaben der Azubis beinhalten neben - natürlich - Schlepper- und Häckslerfahren, etwa bei der Silage, unter anderem die Wartung und Pflege der Maschinen sowie die Mitarbeit im Büro. "Das ist immer ein Schock für die Jungs", sagt Nina-Kristin Brunken, die das Büro betreut, mit einem Augenzwinkern. "Aber unsere Azubis lernen eben auch, wie man Kundenaufträge annimmt, wie man welche Fahrzeuge für die Aufträge einplant und wie man auf Reklamationen reagiert - alles Aufgaben, die auch die Prüfungsordnung vorschreibt."

In den ersten Tagen der Lehre stand jedoch nur ein Thema im Mittelpunkt: die Sicherheit. "Wie man korrekt mit den Maschinen umgeht und was es über Arbeitssicherheit zu wissen gibt, das muss sitzen", bekräftigt Meister Tammo Leiner, der Ausbilder der Lehrlinge. "Es gibt dafür vorgeschriebene Einweisungen in die Maschinen, spezielle Gefahrenbelehrungen und regelmäßige Vorträge der Berufsgenossenschaft hier im Betrieb, die eigens auf uns abgestimmt sind", erklärt er.

Der Arbeitstag im Lohnunternehmen fängt morgens früh um sieben Uhr an - und kann zur Erntezeit auch bis in die Nacht hinein dauern. "Die meisten Mitarbeiter kommen selbst aus der Landwirtschaft, für sie ist das selbstverständlich", weiß Enno Brunken. Für die viele Arbeit im Sommer entschädigt der Winter: "Dann feiern die Kollegen Überstunden ab und nehmen Urlaub", so Nina-Kristin Brunken. Für die Lehrlinge André Mochner und Renke Schonvogel bieten die kommenden kalten Monate neben dem Berufsschul-Blockunterricht in der Deula in Westerstede außerdem Zeit, sich im Betrieb ganz in Ruhe mit den verschiedenen Maschinen und deren Innenleben zu beschäftigen. "In unserer Lehrlingswerkstatt wollen wir zur Übung reparieren, auseinander- und wieder zusammenbauen", sagt Meister Tammo Leiner.
Doch es dreht sich nicht alles um die Arbeit mit großen Maschinen oder die Auftragsabwicklung im Büro. "Wir müssen zum Beispiel auch verschiedene Getreidesorten unterscheiden können, über deren Anbau Bescheid wissen sowie darüber, wie man welche Flächen am besten nutzen kann und was wo am meisten Ertrag bringt", zählt Renke Schonvogel den künftigen Lehrstoff auf. Im Lohnunternehmen werden nicht nur konkrete Aufträge der Kunden ausgeführt, für einige große Agrarbetriebe wird zudem die Flächenbelegung geplant - und das ist dann doch weit mehr als "nur" Treckerfahren.

Weitere Infos zur Ausbildung gibt es unter www.lwk-niedersachsen.de in der Rubrik "Beruf und Bildung".  
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