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Ausbildung

Das Glück der Erde

von , am
11.09.2013

Im neuen Echte Niedersachsen-Kalender 2014 zeigen "Deerns" und "Jungs", wie attraktiv grüne Berufe sind. Lest hier, wie der Alltag der 19-jährigen Franziska Koller aussieht. Sie will Pferdewirtin werden.

Hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Franziska Koller macht eine Ausbildung zur Pferdewirtin. Hier sitzt sie auf „T-Rex“. © Walschek
"Ich wollte schon immer draußen an der frischen Luft arbeiten und mich viel bewegen", sagt Franziska Koller, während sie mit der Mistgabel in der Hand das Heu für die Pferde vorbereitet. Sie ist im zweiten Lehrjahr bei Pferdewirtschaftsmeister Stefan Gerhardt vom Reit- und Ausbildungsstall Bad Eilsen.

Wichtig: flexibel sein

Welches Mädchen träumt nicht davon, später mit Pferden arbeiten zu können. Der Beruf Pferdewirt ist aber mehr, als nur Reiten. Franziska kennt die Arbeit im Stall von Kindesbeinen an. Ihr Vater besitzt eine Pferdezucht und ist selbst Springreiter. Am Morgen früh aufstehen, Tiere füttern, den Stall machen und dann geht es rauf aufs Pferd.

Es gibt fünf Fachrichtungen: Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Spezialreitweisen und Pferderennen. Franziskas Schwerpunkt als angehende Pferdewirtin: die Klassische Reitausbildung. Dazu gehört das Anreiten junger Pferde. Ein harter Job, bei dem man ordentlich mit anpacken muss. "Man kann nicht einfach rumstehen und darauf warten, dass einem jemand sagt, was zu tun ist." Zwischen 38 und 40 Pferde müssen täglich versorgt und viele von ihnen bewegt werden. Im Eilsener Ausbildungsstall gibt es neben Privatpferden einige Beritt- und die hofeigenen Turnier- sowie Schulpferde. "Ich muss mich auf jedes Pferd neu einstellen und erlebe jeden Tag anders."

Flexibilität ist wichtig: Alle 14 Tage hat Franziska Wochenenddienst. Ein geregelter Tagesablauf ist eher selten. Am Nachmittag, wenn alle Pferde versorgt und bewegt wurden, steht der Reitunterricht an. Zwei bis drei Stunden verbringt Franziska in der Reithalle an der Seite von Reitlehrer Stefan Gerhardt oder Gesellin Jennifer Schrader. Sie beobachtet und lernt. Irgendwann wird sie allein in der Mitte stehen und den Reitschülern wichtige Inhalte vermitteln. Dazu gehört eine große Portion Einfühlungsvermögen. Die vielen unterschiedlichen Charaktere wollen individuell betreut werden. Neben Gruppenreitunterricht in der Abteilung gibt es Longen-Stunden für Anfänger und Einzelunterricht. Übrigens: Franziska selbst startet derzeit in Springturnieren der Klasse M.

Pferdewirt - Leidenschaft gehört dazu

Die theoretischen Grundlagen lernt Franziska in der Justus-von-Liebig-Schule in Hannover. Wichtige Inhalte - wie Futtermängel erkennen und das Exterieur der Pferde beurteilen - stehen auf dem Lehrplan. Das Gelernte kann sie im Betrieb sofort anwenden. Die Abschlussprüfung ist dagegen sehr praktisch angelegt: Eine Dressurprüfung auf Trense und Kandare sowie ein Stilspringen der Klasse L sind zu absolvieren. Doch bis dahin hat Franziska noch etwas Zeit. Zeit, die sie mit ihrer Leidenschaft "Pferd" verbringen kann. "Klar gibt es Tage, da hat man weniger Lust - aber das ist normal. Als Pferdewirtin lerne ich von allem etwas und das macht Spaß."

Infos zur Ausbildung gibt es unter: www.lwk-niedersachsen.de in der Rubrik "Beruf und Bildung"

Eine Infoveranstaltung von der Bundesvereinigung der Berufsreiter zur Ausbildung ist am 26. Oktober 2013  in der Landes-Lehrstätte Pferdesport Weser-Ems e.V.,
Am Heidewinkel 8, 49377 Vechta, Tel. 04441-9140-31. Beginn 10 Uhr im Seminarraum der Landeslehrstätte.
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