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von , am
24.02.2015

Facebook, Twitter und Co. - in diesen Portalen wird gepostet, geliked und geteilt,Smartphones machen es möglich. Aber neben vielen Chancen gibt es auch Risiken. Welche? JUNGLE-Autor Jonas Rother hat sich umgehört.

Facebook, Twitter und Co. bieten Chancen aber auch Risiken. © Lehmann

Zu den bekanntesten Portalen gehören wohl der internationale Marktführer "Facebook" und dazugehörige Netzwerke, wie "Instagram" und "WhatsApp", aber auch andere Plattformen, wie "Twitter", "YouTube" oder "Google+".

Weltweit haben die sozialen Medien regen Zulauf: zurzeit fast 1,6 Milliarden Nutzer. Mehr als 20 Prozent der Weltbevölkerung ist in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet.

Die Nutzung dieser Netzwerke gehört schon zum Alltag: Bevor eine Familie zu ihrem Sommerurlaub aufbricht, wird das erst mal auf Facebook gepostet. Auch das Pflegen von Kontakten ist so einfach wie nie zuvor: per Knopfdruck ist die Freundschaftsanfrage verschickt, per Chat kann man sich unterhalten und auch Gruppengespräche sind meist kein Problem. Kein Wunder, dass der durchschnittliche Facebook-Nutzer rund 342 Freunde besitzt, so eine Studie zu dem bekannten Netzwerk. Selbst als Fan kann man seinem Idol einfach folgen, seine Posts kommentieren und durch geteilte Bilder einen Einblick in das Privatleben seines persönlichen Vorbilds erhaschen.

Infos im Sekundentakt

Warum sind soziale Netzwerke so beliebt? Im Gegensatz zu den Printmedien sind soziale Netzwerke multimedial, das heißt, es gibt sowohl Videoclips als auch Texte, ebenso wie Bilder - und alle wollen sie kommentiert und geteilt werden. Außerdem ist der Zugang kostenlos.

Das Veröffentlichen von Infos ist unmittelbar, Wartezeiten beschränken sich, anders als im Fernsehen oder der Zeitung, auf Sekunden. Ebenso die Möglichkeit, bereits hochgeladene Infos im Nachhinein zu verändern, eine Chance, die dem Nutzer in den Printmedien komplett verwehrt bleibt.

Was man bei all diesen netten und praktischen Dreingaben aber nicht vergessen sollte, sind die zahlreichen, weitreichenden Gefahren und Risiken, die man mit der Registrierung eingeht.

Risiken und ihre Nebenwirkungen

Erstens: der Verlust der Privatsphäre. Jeder Mensch auf der Welt ist in der Lage, das Profil eines anderen anzusehen. Da reicht es schon, wenn man auf einem Bild eines Freundes verlinkt ist. Zweitens: das kollektive Sammeln und Speichern von persönlichen Daten durch Facebook, Twitter und Co. Durch Angaben des Standorts, der Adresse, der Telefonnummer und des sozialen Umfeldes ist das geheime, von Dritten erstellte Profil, schnell vervollständigt. Neueste Geschäftsbedingungen von Facebook sollen es dem Netzwerk sogar erlauben, die Infos über besuchte Websites des Nutzers ebenfalls abzuspeichern. Ein Ausweg: der Austritt aus dem „sozialen“ Medium. Das Profil im Hintergrund ist jedoch nicht zu löschen, all diese Infos können sogar vermarktet werden: Gezielte Werbung oder Spam-Mails sind da nur kleine Folgen.

Weitere Gefahren: Imageschäden durch Identitätsdiebstahl, Cyberkriminalität, Stalking und Mobbing. Sogar Computerviren kann man sich einfangen, wenn man die falsche Freundschaftsanfrage annimmt und der Person damit leichten Zugang ins eigene Netzwerk verschafft. Zu "guter" Letzt sollte man Veränderungen auf "realer" Ebene nicht vergessen: Die sozialen Netzwerke ersetzen nicht den persönlichen Kontakt von Angesicht zu Angesicht.
 
Mein Fazit: Das Wort des "sozialen" Netzwerks wird oft fehlverstanden. Es geht hier schließlich nicht um das soziale Miteinander, sondern um den Austausch mit anderen Menschen an sich. Bevor man also einem der vielen Netzwerke beitritt, sollte man sich vorher im Klaren darüber sein, dass viel Preisgegebenes über den eigentlichen Empfänger hinausgeht. Außerdem ist es sinnvoll, die Privatsphäre-Einstellungen genau unter die Lupe zu nehmen, um mögliche "Datendiebstähle" so gering wie möglich zu halten. Denn nur dann kann man das soziale Netzwerk so nutzen, wie es sein sollte: zum Austausch und zur Kommunikation mit seinen Mitmenschen.
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