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Ausbildung

Ein guter Fang

von , am
19.11.2014

Felix Schnieders aus Barßel ist Hobbyangler. Mit der Ausbildung zum Fischwirt für den Schwerpunkt Fischzucht und -haltung in der Teichwirtschaft Ahlhorn macht der 17-Jährige sein Hobby zum Beruf.

Ein guter Fang. © Ziemert

Abfischen ist angesagt, das Prinzip heißt "Alles muss raus!". Von Ende September bis in den November hinein ist Hochsaison in der Teichwirtschaft Ahlhorn. Und alle packen mit an: Meister, Gesellen, Lehrlinge und Praktikanten. Etwa eine Woche vor dem Abfischen wird die als "Mönch" bezeichnete Ablassvorrichtung der Teiche geöffnet. Langsam fließt das Wasser ab. Zurück bleiben die Fische in künstlich angelegten Abfischgräben. In schweißtreibender Arbeit werden sie mit Zugnetzen eingefangen, grob nach Größe vorsortiert und in großen Behältern auf den Hof transportiert, wo sie wieder sortiert werden.

Mit der Angel in der Hand groß geworden

"Fische aus dem Wasser holen ist meine Lieblingsaufgabe", sagt Lehrling Felix Schnieders. Er ist einer von derzeit 14 Auszubildenden in Niedersachsen, die den Beruf des Fischwirts erlernen. "Ich bin quasi im Kanal groß geworden", sagt Felix, der sich mit Angeln und Fischen beschäftigt, seit er „eine Angel halten kann." Zuhause wird sogar selbst geräuchert. Am liebsten ganz klassisch im Buchenrauch. Für seine Oma packt er aber auch mal ein Stück Erlenholz mit ins Feuer.

Ein Großteil des Ahlhorner Bestandes wird vor dem Herbst als Besatzfische an Angelvereine und Teichbesitzer verkauft. Auch hier ist die Mithilfe von Lehrlingen und Praktikanten gefragt. Mit einem Kescher holt Felix die jeweils benötigte Fischart aus den Behältern und wiegt die Tiere ab. Beim Umfüllen in die stabilen Transportsäcke hilft ein Kollege. Fünf Kilogramm Forellen oder zehn Kilogramm Karpfen gehören in einen Sack. Dieser wird noch mit Sauerstoff aufgefüllt und dann ordentlich verschlossen. Einige Abnehmer bekommen gleich dreißig Säcke Fisch. Neben dem Verkauf als Besatzfische wird auch ein Teil des Bestands vor Ort geschlachtet, geräuchert und im Hofladen verkauft.

Hege und Pflege in allen Facetten

Forellen, Karpfen, Direktvermarktung und alles, was sonst so dazugehört: Langweilig wird es so schnell nicht in der Teichwirtschaft Ahlhorn. Ein Teil der 110 Hektar Betriebsfläche werden als Naturschutzflächen genutzt und müssen dementsprechend gepflegt werden. Auch die weiteren Teiche und Flächen erfordern viel Hingabe. Statt der Angel hat ein Fischwirt daher auch mal eine Sense, eine Heckenschere, einen Hammer oder auch ein Gewehr in der Hand. Fressfeinde wie Fischreiher und Kormoran machen den Beständen zu schaffen, viele Fischwirte sind deshalb auch Jäger. Hege und Pflege lernt Felix in seinem Ausbildungsbetrieb daher in allen Facetten kennen.
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