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Höhen und Tiefen in Andalusien

von , am
18.09.2014

Die Niedersächsische Landjugend auf großer Agrarlehrfahrt: 17 Landjugendliche waren zehn Tage auf landwirtschaftlicher Entdeckungsreise in Spanien unterwegs. Bildungsreferent Erik Grützmann gibt Euch einen Einblick ins Reisetagebuch.

Auf Reisen in Spanien: Das Team muss ganz schön schwitzen, aber es hat sich gelohnt. © NLJ

Tag drei, bei Sevilla. Der Schweiß tropft von der Stirn: Wir befinden uns mitten in Andalusien und die Augustsonne brennt auf uns herab. Wer kann, flüchtet sich an die Strände und reduziert Anstrengungen im Hochsommer Südspaniens auf ein Minimum. Doch wir blicken nahe Sevilla in ein Tal und trauen unseren Augen kaum! Wir fragen uns, ob dies die spanische Area 51, eine Ansammlung außerirdischer Flugobjekte oder gar die Zentrale einer Sekte ist?!

Zwei gigantische Türme ragen hier aus der Wüste. Im Radius von mehreren hundert Metern sind sie umgeben von kreisförmig angelegten Spiegeln. In der Luft bündeln sich gleißend helle Lichtstrahlen. Wenig später stehen wir unmittelbar am Fuße eines der Tower, dem PS 10. Das hier ist eins der weltweit größten Solarkraftwerke! Sebastian, Angestellter des Unternehmens Abengoa empfängt uns herzlich, entschuldigt sich für seine (spanische) Unpünktlichkeit und verpasst allen sogleich Warnweste und Bauhelm. Mit ihm fahren wir auf halbe Höhe eines der Tower und überblicken ein Meer von Solarkollektoren, die das Sonnenlicht spiegeln und sich hoch oben im Turm zu einer heißen Lichtquelle verschmelzen.

Der Anblick ist so grell, dass sich die Augen sofort abwenden müssen. Dann  wird uns sogar ein Blick in die Schaltzentrale dieser überwältigenden Technik gewährt. Riesige Bildschirme, Zahlen und Graphiken begegnen uns hier. Ein Meer von Hightech gepaart mit der intensivsten und zuverlässigsten Sonneneinstrahlung Europas.
Ehe uns die Wärme vollends zu Kopfe steigt  machen wir uns auf den Weg zu einem Ort, der das absolute Gegenteil dessen verspricht, was wir am Morgen erlebt haben. Die Tropfsteinhöhle von Pileta am Rande der Sierra Grazalema unweit von Ronda. Ein bißchen gruselig ist´s hier schon. Am Eingang dieser Höhle, die erstmals vor 20.000 Jahren von Homosapiens bewohnt wurde, empfängt uns unser Guide und reicht uns Laternen. Denn die 1906 wiederendeckte Höhle darf nicht ständig beleuchtet werden, da sonst die Malereien gefährdet werden, auch Fotografieren sind strengstens untersagt.

Pferde, Pfeil und Bogen

An den Decken hängen tausende von Fledermäusen. Jahrtausende alte Malereien, wie skizzierten Pferden, Pfeil und Bogen, kryptische Schriftzeichen zieren die Wände. Wir befinden uns nunmehr 30 Meter unter der Erdoberfläche und unter uns ist nochmals ein 70 Meter tiefer Hohlraum! Nach einiger Zeit zieht es uns bei kühlen, fast nasskalten 15 °C
wieder raus nach draußen in die Hitze. Die andalusische Abenteuerreise kann weitergehen…  
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