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Interview

Mechatroniker für Land- und Baumaschinen: Weiter auf der Karriereleiter

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.09.2016

Karriere als Landmaschinen-Mechatroniker? Wir fragten Robert Leisenz, Leiter des Kompetenzzentrums Nutzfahrzeug- und Landmaschinentechnik Lüneburg, was möglich ist.

Robert Leisenz vom Kompetenzzentrum Nutz- und Landmaschinentechnik

Karriere machen als Mechatroniker für Land- und Baumaschinen? Die LAND & Forst hat Robert Leisenz, Leiter des Kompetenzzentrums Nutzfahrzeug- und Landmaschinentechnik in Lüneburg, gefragt, welche Wege man gehen kann.

Herr Leisenz, was lernt man in der Ausbildung zum Mechatroniker für Land- und Baumaschinen und wer bildet aus?

Die Ausbildung ist breit gefächert. Es geht um Elektrik, Elektronik, Hydraulik, Pneumatik, Motoren und Getriebe, digitale Technik sowie Sensorik. Bis 2015 hieß der Abschluss übrigens noch „Land- und Baumaschinenmechaniker“. Ausgebildet wird sowohl von kleinen Handwerksbetrieben als auch von großen Unternehmen sowie von Land- und Baumaschinenherstellern und der Industrie.

Wenn ich als Geselle weiter will auf der Karriereleiter. Welche Möglichkeiten habe ich?

Ich kann mich beispielsweise zum Servicetechniker fortbilden. Dieser Weg ist ideal für Mechatroniker, die sich besonders für die Technik interessieren und deren Stärke die Kommunikation mit den Kunden ist. Die Fortbildung umfasst hier bei uns in Lüneburg 480 Stunden und ist gegliedert in 3 x 4 Wochen zur erntefreien Zeit. Hinzu kommt ein zweiter Part in der Schulungsstätte eines speziellen Herstellers. Wer das ist und wieviel Stunden dieser Part umfasst, wird individuell vereinbart.

Die Kosten für diese Fortbildung betragen 4.400 Euro. Oft finanziert das der Arbeitgeberbetrieb. Bestimmte Prüfungsleistungen für den Servicetechniker werden für die Meisterprüfung anerkannt.

Wer sollte eine Meisterprüfung ablegen?

Die Prüfung zum Landmaschinenmechaniker-Meister ist sinnvoll, wenn ich selbst einen Betrieb führen oder eine leitende Position beispielsweise als Werkstattleiter anstrebe. Der dafür angebotene Vorbereitungskurs  hat einen kaufmännischen Schwerpunkt und dauert in Vollzeit sechseinhalb Monate. Mit der Meisterprüfung hat man die allgemeine Hochschulreife und kann somit auch studieren.

Die Kosten für den Vorbereitungskurs für die Prüfung betragen hier bei uns in Lüneburg insgesamt 7.400 Euro, den Lohnausfall und den Lebensunterhalt nicht mitgerechnet. Um das zu finanzieren, gibt es das sogenannte Meister-Bafög, das vermögensunabhängig gezahlt wird. Zusätzlich kann man Zuschüsse für den Lebensunterhalt beantragen. Wenn ich als Meister dann Führungsverantwortung in einem großen Unternehmen übernehmen möchte, kann ich mich schließlich noch zum Betriebswirt des Handwerks fortbilden.

Eine spannende Frage ist natürlich auch die nach dem Gehalt.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt für Mechatroniker zwischen 1.650 und 2.400 Euro brutto. Landmaschinenmechaniker-Meister verdienen durchschnittlich 3.500 Euro brutto.

Wie viele Frauen gibt es in der Sparte?

Als Auszubildende sind Frauen in unserem Bereich nicht mehr selten, in der Meisterprüfung aber schon noch. Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahren entscheidend geändert. Die Arbeit ist zwar immer noch körperlich anstrengend, was aber durch die Technisierung deutlich weniger geworden ist. Heutzutage entscheiden Köpfchen und soziale Kompetenzen. Und somit sind Frauen in unserer Sparte sehr gefragt.

Die LAND  & Forst hat Sören Thömen, Mechatroniker für Land- und Baumaschinen, bei seiner Arbeit begleitet. Mehr dazu lesen Sie hier...

Fortbildungen zum Servicetechniker und Vorbereitungskurse für die Prüfung zum Landmaschinenmechaniker-Meister: Niedersachsenweit ausschließlich bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Standort Lüneburg.

  • Kontakt: Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeug- und Landmaschinentechnik, Dahlenburger Landstraße 62, 21337 Lüneburg, Tel. 04131-712350
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