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Ausland

Phänomen aus dem Netz

von , am
30.04.2013

Neues aus Fernost: "K-Pop" in Singapur bringen unsere JUNGLE-Autorinnen Karolin und Luise zum Staunen. Doch was genau ist dieses K-Pop? Sie haben sich vor Ort umgehört.

Singapur ist ein Stadt- und Inselstaat und mit knapp über 5 Millionen Einwohnern der kleinste Staat Südostasiens. © Müller-Hofstede

Nach zwölf Stunden Flug landen Luise und ich müde und zerknautscht in Singapur. Wir fahren mit dem Taxi zum Hotel. Staunend betrachte ich die vorbei fliegende Stadtlandschaft. Aus dem Radio scheppert der koreanische Superhit Gangnam Style - sicher kennt Ihr diesen Ohrwurm?!

Der Domino-Effekt

Beim Betreten des Hotels kommt mir ein etwa 15-jähriges Mädchen mit einem „Gangnam“-Stoffbeutel entgegen. So langsam ahne ich: Diese koreanischsprachige Popmusik - auch K-Pop genannt - ist total angesagt. Seit dem YouTube-Hit Gangnam-Style des südkoreanischen Rappers Psy kommt auch in Deutschland keiner mehr daran vorbei.

Es ist eines der Merkmale des K-Pops, dass es sich über YouTube verbreitet. 2008 begann die koreanische Welle mit  "Nobody" von den Wondergirls. Das Lied wurde nur als digitaler Download und als YouTube-Video verbreitet, es gab keine CD. Innerhalb von Stunden war das Video eines der meist gesuchtesten Clips im Netz. Der Erfolg von K-Pop ist jedoch kein Zufall. Das südkoreanische Kultusministerium fördert die Ausbildung und Vermarktung von K-Pop massiv, mit dem Ziel, Südkorea in der Welt bekannt und beliebt zu machen.

Eine typische K-Pop-Girl- oder Boygroup besteht meist aus fünf bis zehn Künstlern und zeichnet sich durch perfekte Choreographien und makelloses Aussehen aus. Kritiker werfen den Machern von K-Pop vor, die oft noch minderjährigen Künstler zu Schönheitsoperation zu zwingen.

Kimchi und Bulgogi

In Deutschland bricht das K-Pop Fieber erst langsam aus, doch Asien ist schon voll dabei. Das merken wir spätestens, als wir abends ausgehen. Die beliebtesten Bars sind die so genannten K-Pop-Bars. Hier gibt es koreanisches Essen, koreanisches Bier und natürlich Live-Auftritte von K-Pop Bands.

Während wir Kimchi (scharf marinierter Chinakohl), Seetang und eingelegte Süßkartoffeln essen und das Bulgogi (hauchdünn geschnittenes Rind-, Hähnchen- oder Schweinefleisch) auf dem Tischgrill vor sich hinbrutzelt, hören wir einer koreanischen Mädchenband zu. Die Mitglieder sind alle perfekt und passend zueinander gestylt, können wahnsinnig gut tanzen und einigermaßen gut singen.

Was sie singen verstehen wir leider nicht, da die Texte auf Koreanisch sind. Doch ihren Gesten nach zu urteilen scheint es mal um Liebe, mal um Frauenpower und mal um Freundschaft zu gehen.

Inhaltlich also nichts Neues in der Popmusik, doch kulturell kommt neuer Schwung in die Charts.
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