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Reportage

Praktikum in Australien: 60.000 Hektar und 5.000 Rinder

Ausstralien-Auslandpraktikum
Louisa Piel
am
20.11.2017

60.000 Hektar und 5.000 Rinder: Landwirt Jonas Klöppers aus Klein Escherde bei Hildesheim hat ein Auslandspraktikum auf einer australischen Farm genossen.

Ob die Aufregung oder die Vorfreude kurz vorm Abflug zu seinem Auslandspraktikum größer war, weiß Jonas bis heute nicht. Der 21-Jährige hat den Schritt aus dem ländlichen Ort Klein Escherde bei Hildesheim ins große Australien gewagt. „Ich war schon ziemlich nervös kurz vor dem Abflug, aber ich hatte ja eigentlich nichts zu verlieren“, erinnert er sich.

Nach seinem Abitur absolvierte Jonas eine landwirtschaftliche Ausbildung in der Nähe von Göttingen. Der direkte Einstieg ins Studium kam aber nicht in Frage. „Ich wollte nochmal was Anderes sehen und weitere Erfahrungen sammeln.“

Erstes Auslandspraktikum in England

Erste Auslands-Erfahrungen machte er bereits in den Schulferien auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in England. Als frischgebackener Landwirt sollte die nächste Reise aber deutlich weiter weg gehen, so fiel nach vielen Gesprächen und Recherchen mit Freunden die Wahl auf Australien. „Noch weiter weg geht es ja auch fast nicht.“

Schon bei den Vorbereitungen musste er feststellen, dass die Mentalität der Australier eine andere ist. Die Suche nach einem passenden Betrieb gestaltete sich deutlich schwieriger als gedacht. „Die planen nicht wie hier ein Jahr, sondern erst zwei Wochen vor der Ernte, wie viele Arbeiter sie brauchen, sodass ich keine sichere Zusage erhalten habe.“

Zur Sicherheit hat Jonas sich vor seinem Abflug bei einer Agentur angemeldet, die Farm-Jobs vermittelt. Mit vollgepacktem Rucksack ging es dann für ein Jahr Abenteuer nach Australien.

Praktikumsfarm mit 60.000 Hektar und 5.000 Rinder

Innerhalb einer Woche wurde auch schon der passende Job gefunden. „Eigentlich war das gar nicht so schlecht. Ich konnte mir erstmal das Nötigste, wie Handynummer und Konto organisieren.“ Voll motiviert ging die Reise dann weiter zu einer Farm mit rund 60.000 Hektar und 5.000 Rindern in „der Nähe“ von Brisbane.

Baumwolle, Getreide und Kichererbsen gehören zu der Fruchtfolge des Betriebes, auf dem Jonas sowohl Aufgaben in der Ernte als auch in der Aussaat übernommen hat. „Meine Aufgaben waren sehr vielfältig. Von Mähdrescher und Überladewagen fahren bis hin zur Aussaat mit einer 18 Meter Drille war alles dabei. Manchmal habe ich auch beim Umtreiben der Rinder geholfen, das macht man dort aber mit dem Quad und nicht zu Fuß“, erzählt er grinsend.

Ausbildung hilft für sein Auslandspraktikum

Die bereits in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse waren für Jonas sehr hilfreich, „aber auch ohne große Vorkenntnisse ist hier alles möglich. Die Farmer sind alle sehr locker und hilfsbereit, wichtig ist nur, Interesse zu zeigen.“

Ähnlich ist es auch mit der Verständigung, die Jonas vor dem Abflug Sorge bereitet hatte. „Es gibt ja keine andere Möglichkeit als Englisch zu reden, dadurch lernt man die Sprache sehr schnell.“ Gewohnt hat Jonas direkt auf dem Betrieb, mitten im Busch war es keine Seltenheit, dass mal eine Schlange oder Spinne über den Weg gelaufen kam.

Die nächste Stadt war rund eineinhalb Stunden entfernt, sodass der Einkauf meist für zwei Wochen im Voraus erledigt werden musste – gerne wurde dieser Ausflug mit einem Besuch in einem der urigen Pubs verbunden.

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Landwirtschaft im Outback - Auf einer Farm in Australien

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