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Schnell ins Netz? Pustekuchen!

von , am
13.05.2015

Ohne geht es einfach nicht! Lisa-Marie Bostel aus der Ortsgruppe Walsrode erzählt, warum sie lieber in Hamburg anstatt auf ihrem elterlichen Betrieb "surft"!

© Leigh Prather

Seit 15 Minuten sitze ich nun vor meinem Laptop und versuche, die Bilder auf unserer Hof-Website zu erneuern - vergeblich! Es ist jedes Mal dasselbe: Möchte ich unsere Homepage aktualisieren, Dateien herunterladen oder nur nach etwas suchen, dauert es ewig, bis sich irgendetwas tut. Jetzt, endlich. Ach, nee, doch nicht. Die Seite kann nicht geöffnet werden, weil keine Verbindung zum Internet besteht. Ich bin jetzt schon total genervt und werde die Bilder wohl erst am Montag auf die Homepage stellen.


Egal ob für die Schule, die Uni oder um neue Fotos auf der Ferienhof-Website hochzuladen - ein schnelles Internet ist einfach unumgänglich. Auch auf dem Land hängen Arbeit, Bildung und Soziales von einer schnellen flächendeckenden Internetverbindung ab. Doch leider sind schnelles Internet und der ländliche Raum immer noch zwei Dinge, die offenbar nicht ganz zusammenpassen. Und auch ich merke immer wieder, was in dieser Hinsicht für ein starkes Defizit auf unserem Hof im Vergleich zur Stadt besteht. In Hamburg, wo ich momentan meine Ausbildung mache, sind die Bilder in kürzester Zeit auf die Website geladen. Die Internetverbindung ist einfach super.

Schlecht fürs Geschäft

Ich persönlich finde es wahnsinnig nervig, dass die Möglichkeiten, schnelles Internet auf dem Land zu haben, so eingeschränkt sind. Wir "Dorfbewohner" sind schon lange keine Hinterwäldler mehr und haben genau wie alle anderen ein Smartphone und präsentieren unsere Höfe im Internet. Für eine erfolgreiche Wirtschaft ist eine gute Breitbandversorgung von großer Bedeutung. Durch das Internet ist es uns möglich, unsere Ferienwohnungen zu zeigen oder über unsere Produkte zu informieren. Auch Geschäftsbeziehungen werden häufig nur noch online abgewickelt. Wir bestellen in Onlineshops und machen Online-Banking. Viele Unternehmen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen sogar ausschließlich online an - sollen die Menschen, die im ländlichen Raum wohnen, deshalb etwa wirtschaftliche Nachteile haben, wo das fehlendes Breitband in dichter bevölkerten Teilen Deutschlands doch gar kein Thema mehr ist?
Unterricht mit Mausklick

Und vor allem für uns Jugendliche stellt die schlechte Internetverbindung ein echtes Problem dar. Besonders für die Schule wird ein schnelles Internet immer wichtiger. Neben den regelmäßigen Recherchen für den Unterricht oder für Referate wird an vielen Schulen übers Internet Essen bestellt oder der Vertretungsplan abgerufen. All diese Dinge nehmen auf dem Land momentan noch viel mehr Zeit ein als nötig. Und natürlich sind auch die sozialen Kontakte nicht zu vergessen. Denn das Internet  ermöglicht es uns, weltweit einen regelmäßigen Kontakt zu Freunden und Verwandten zu pflegen.

Ich denke, ich spreche für alle Bewohner des ländlichen Raumes, wenn ich sage, dass auch auf dem Land eine gute Breitbandversorgung kein Thema mehr sein sollte. Denn letztendlich dient es der wirtschaftlichen Situation, wenn auch wir einen schnellen Zugang ins Internet haben.

Schlechte Internetverbindung? Dagegen solltet Ihr unbedingt was tun!
Die NLJ hat eine Online-Petition für konkurrenzfähiges Internet im ländlichen Raum gestartet. Wie Ihr mitmachen könnt? Einfach unter bit.ly/1CZS7uo Namen und Adresse eingeben, absenden, fertig. Unsere Forderung lautet: "Konkurrenzfähiges Internet für den ländlichen Raum - mindestens 50 Mbit/s flächendeckend in Niedersachsen." Bis zum 27. Juli könnt Ihr noch unterschreiben. Danach wird sie dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Arbeit vorgelegt. Unbedingt weitersagen und verbreiten.

Alle Infos gibt es auch unter www.nlj.de
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