Login
Ausbildung

Tierarzthelferin: Alles für die vierbeinigen Patienten

Friederike Husmann
am
14.04.2016

Nicht nur Beruf, sondern eine Berufung - die Ausbildung zur Tierarzthelferin erfordert viel Durchhaltevermögen und Fleiß. Die 19-jährige Felicitas Merker steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung und spricht über ihre wiehernden Patienten.

Verschlafen reibt sich Tierarzthelfer-Azubi Felicitas die Augen. Durch das offene Fenster des Aufenthaltsraums beobachtet sie das hektische Treiben auf dem Hof der Pferdeklinik Ankum im Kreis Osnabrück. Ein Geländewagen mit Pferdeanhänger parkt auf dem Hof, Tierärzte in grünen Kitteln und bepackt mit Flaschen und Pasten füllen die Medikamentenschränke ihrer Autos auf.

Für den Großteil der Belegschaft beginnt der Arbeitstag, auf Felicitas, genannt Feli, hingegen wartet ihr Bett. Sie hatte in der vergangenen Nacht Dienst und kann sich nun tagsüber davon erholen. Durch ihre Ausbildung zur Tierarzthelferin ist sie es gewöhnt, im Schichtsystem zu arbeiten.

Feli, wie bist du auf den Job gekommen?

Felicitas: Früher wollte ich immer Schauspielerin werden, aber dann habe ich doch erkannt, dass mein Talent wohl nicht reicht. Weil ich reite, seitdem ich sechs Jahre alt war, habe ich mir dann überlegt, Tiermedizin zu studieren. Ich war mit 17 fertig mit dem Abitur und um mir ganz sicher zu sein, dass Tiermedizin das ist, was ich will, habe ich mich dazu entschlossen, erst eine praktische Ausbildung zur Tierarzthelferin zu machen. Ein Abitur setzen viele Kliniken voraus und nach dem Probearbeiten in vier verschiedenen Kliniken hat Ankum das Rennen gemacht und ich bin hierher gezogen.

Felicitas geht langsam über die Stallgasse und streichelt den Pferden, die ihre Köpfe nach ihr recken, über die weichen Nüstern. Vor einer Box bleibt sie stehen und öffnet die Schiebetür. Ein kleines Fohlen, das linke Vorderbein in Gips, schaut sie neugierig an und wartet auf Streicheleinheiten.

Was magst du an deinem Job?

Felicitas: Für mich ist es jedes Mal wieder schön, ein Pferd gesund an seine Besitzer zu übergeben. Dafür arbeiten wir hier alle. Der Kontakt mit den Kunden macht mir viel Spaß. Wir können uns im Team aufeinander verlassen und verstehen uns super, das erleichtert die Arbeit. Jedes Pferd und jede Behandlung ist eine neue Herausforderung, deshalb wird es in diesem Job einfach nie langweilig. Dass hier viele Notfallpatienten eingeliefert werden, sorgt für Spannung.

Felis Kollegin schiebt einen kleinen Rollwagen mit Wundauflagen, Mullbinden, Bandagen und Tuben über die Stallgasse. Ein Verbandswechsel steht an. Auch das gehört zu Felis Job.

Welche Aufgaben übernimmst du noch?

Felicitas: Meine Arbeit ist sehr vielseitig. Das ist auch ein Grund, warum ich mir die Klinik ausgesucht habe. Zur Betreuung der Intensivpatienten gehört zum Beispiel die Überprüfung der Vitalfunktionen, die Medikamentengabe und das Vorbereiten und Anhängen von Infusionen. Wir nehmen Blut ab, untersuchen es im Labor, assistieren beim Röntgen und bei OPs.

Häufig fahren wir mit einem der Tierärzte unserer Außenpraxis auf die Betriebe. Aber auch Jobs wie Füttern, Longieren, Fegen und nicht zuletzt das Putzen, auch die Reinigung von Stalleinrichtungen und OP-Besteck, gehören dazu.

Welche Schattenseiten Felis Ausbildungsberuf hat und noch mehr erfahrt Ihr in der LAND & Forst Ausgabe 15/2016 auf den Seiten 80 und 81 . Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant