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Zwischen den Stühlen

von , am
27.05.2014

In der neuen Serie "Treffpunkt" stellen wir Euch Landjugendgruppen aus Niedersachsen vor. In dieser Ausgabe: Ortsgruppe Wistedt, Landkreis Harburg, bangt um ihren Treffpunkt.

Ein Abschied für immer: Nach 25 Jahren müssen die Landjugendlichen ihren "Treffpunkt" leer räumen. © NLJ
 
Ein Straßenfest in Wistedt. Die 200 Besucher feiern ausgelassen, die Stimmung ist gut. Doch diese Feier hat einen traurigen Hintergrund: Es ist eine Abschiedsfeier. Die Landjugend Wistedt muss sich von ihrem Landjugendhaus, dem alten Kühlhaus in Wistedt, verabschieden.

Das alte Kühlhaus war seit 25 Jahren Versammlungsraum, Veranstaltungsort und Rückzugsmöglichkeit der Ortsgruppe Wistedt. Doch diesen Treffpunkt wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das alte Kühlhaus soll abgerissen werden. Und schon bald wird dort sechs Parteien-Wohnhaus stehen.

Mit einer TV-Ecke, Billard und Kickertisch war das Kühlhaus ein idealer Ort, um sich gemeinsam die Zeit zu vertreiben. Ob gemeinsames Grillen, die Planung von Veranstaltungen und Ausflügen oder Vorstandssitzungen, jedes Wochenende war etwas los im Landjugendhaus.

Die Ortsgruppe organisiert neben dem Osterfeuer, das jährliche Stoppelfeldrennen sowie eine Herbstfete. Sie nimmt an Ernteumzügen und Fußballturnieren teil und plant verschiedene Fahrten. "Und einmal im Jahr werden alle Mitglieder, Nachbarn und die Helfer unserer Landjugend zu einer Fete eingeladen", erzählt Vorsitzender Benjamin Fehling.
Finanziert wurde das alte Kühlhaus teils von der Gemeinde, teils von der Landjugend selbst. Die Tatsache, dass ihr Landjugendraum abgerissen wird, ist für die Landjugend Wistedt nicht neu.

Bereits im vergangenen Jahr haben sie von den Abrissplänen erfahren. "Daraufhin haben wir uns nach Alternativen im Dorf umgeschaut und viele Gespräche geführt", erklärt Benjamin. "Nachdem wir keinen Erfolg hatten, wendeten wir uns mit einem offiziellen Schreiben an die Gemeinde und Samtgemeinde."

Das Ergebnis: Die Samtgemeinde Tostedt stellt der Landjugend eine 40 Quadratmeter große Containeranlage zuzüglich eines WC-Bereiches zur Verfügung. Einstimmig stimmte der Jugendausschuss für diesen Vorschlag.
Seitdem warten die Landjugendlichen allerdings auf einen endgültigen Beschluss. Die abschließende Abstimmung im Samtgemeinderat hat bis heute nicht stattgefunden. "Wir sitzen zwischen den Stühlen und sehen einer ungewissen Zukunft entgegen", so der Vorsitzende. NLJ  
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