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Agrarpolitik

Konflikte um Wasser vorhersehbar

von , am
20.11.2013

Wasser sparen, das ist die Aufgabe der Menschen in jeder Region auf dieser Welt. Welche Probleme es aber mancherorts gibt, wurde auf dem 2. agriglobal-Kongress deutlich. Hier wichtige Fakten dazu.

Gerade dort, wo Wasser knapp ist, wird in den nächsten Jahrzehnten die Bevölkerung am stärksten wachsen. © cronopia/fotolia
Wasser zählt zu den kostbarsten Ressourcen der Welt, wir werden seiner Bedeutung aber nicht wirklich gerecht, erklärte Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, neben der Landwirtschaftskammer und der Handwerkskammer Oldenburg einer der drei Veranstalter des 2. Internationalen agriglobal-Kongresses. "Wir müssen die Verwendung, den Schutz der natürlichen Wasservorkommen und die Kreisläufe verbessern", folgerte Stuke.

Standortvorzüge nutzen

Handlungsbedarf gebe es besonders für Agrarräume wie Niedersachsen, so Stuke vor 300 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden, die Wasserstrategien für die Praxis diskutierten. Die drei Wirtschaftskammern sind sich einig, dass Niedersachsen seine Standortvorzüge und Lösungskompetenzen nutzen müsse, um ein nachhaltiges Wassermanagement über die gesamte Lebensmittelkette zu entwickeln.

LWK-Präsident Arendt Meyer zu Wehdel brachte es in seinem Fazit auf den Punkt: "Wir müssen die Verwaltungsgrenzen ausblenden und uns nach hydrologischen Regionen alle an einen Tisch setzen, wenn wir Wasser in Zukunft dauerhaft in guter Qualität und ausreichender Quantität erhalten wollen." Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, Interessenverbände sowie das Bildungs- und  Beratungswesen seien nach seinem Eindruck zum gemeinsamen Handeln bereit.

70 Fachleute hatten auf Tagungen in Loccum und Cloppenburg den Kongress vorbereitet. Dass die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie vielfach nicht erreicht werden und rechtsverbindliche Qualitätsanforderungen noch nicht überall bekannt bzw. akzeptiert seien, stellte sich dabei als Kernproblem heraus. Empfohlen werden regionale Gebietskooperationen, um alle Akteure aktiv einzubeziehen.

Rückgewinnung als Weg

Die Erhaltung der Wasserqualität und effiziente Systeme der Wassernutzung und -aufbereitung müssen Bestandteile der Geschäftsmodelle in der Land- und Ernährungswirtschaft werden. Dafür seien vor allem neue Technologien für die Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern und Gärresten, der Wasserrückgewinnung, des Phosphatrecyclings sowie in der Entwicklung wasser- und energiesparender Bewässerungssysteme von Nöten.

Die Düngeproblematik griff Landwirtschaftsminister Christian Meyer ebenfalls auf, indem er eine Verschärfung der Düngeverordnung und für 2014 die Einführung des Düngekatasters ankündigte.

Die globale Perspektive eröffnete vor allem Alexander Müller vom Institut für Advanced Sustainability Studies (Potsdam). Die Landwirtschaft sei weltweit mit einem Anteil von 70 % Wasserverbraucher Nr. 1. Die Verfügbarkeit und Qualität sei abhängig von der wachsenden Weltbevölkerung, der globalen Lebensmittelproduktion und dem Klimawandel. Müller sagte deshalb große Konflikte um die Ressource Wasser voraus.
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