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Hof- und Dorfleben

Mit acht "Füchsen" zur Grünen Woche

von , am
07.01.2014

Wilfried Wachtendorf aus Aurich gehört zu den erfolgreichsten Züchtern des Coburger Fuchsschafes. Mit zwei Böcken und sechs Muttertieren nimmt er an der Bundesschau Landschafe teil.

Heute besteht die Herde des Züchters aus 30 Mutterschafen. © Ahlers
Der Ostfriese, hauptberuflich beim Landhandel tätig, ist einer von vielen Hobbyhaltern, der zu seinem 13. Geburtstag sein erstes Schaf bekam, nachdem er sich schon vorher mit Hühnern und Kaninchen beschäftigt hatte. Nach und nach wuchs der Bestand mit mehreren Rassen wie Ostfriesischen Milchschafen, Schwarz- und Blauköpfen sowie Texel.

Als Wachtendorf 1994 die Fuchsschafherde mit vier Mutterschafen und der Nachzucht einer hiesigen Züchterin übernehmen konnte, wurden die anderen Gebrauchsschafe verkauft. Damit war der Grundstein für die eigene Zucht gelegt. Es folgte 1995 der Zukauf von zwei weiteren Mutterschafen aus Bayern.

Die "Füchse" zeichnen sich durch die rotbraune Färbung von Kopf und Beinen und durch die zumeist melierte Wolle, das "Goldene Vlies", aus. Die Rasse ist unter vielen Namen bekannt: Gold- und Rotfüchse, Westerwälder Füchse,  Eisfelder Fuchsschafe und Eifeler Schafe. 1966 wurde das Coburger Fuchsschaf als Landschafrasse von der DLG anerkannt. Es ist ein mittelgroßes Schaf mit hornlosem, schmalem Kopf, der bis hinter die Ohren unbewollt ist, von goldgelber bis rotbrauner Farbe. Eine Ramsnase ist möglich.

Der 43-Jährige setzt in seiner Zucht auf schöne dunkelrote Köpfe, eine gerade Oberlinie, feste Fundamente und natürlich das "Goldene Vlies", möglichst gleichmäßig meliert. Die Beine sind unbewollt und von gleicher Farbe wie der Kopf. Die Hinterbeinstellung ist leicht gewinkelt. Die täglichen Zunahmen von Schlachtlämmern liegen zwischen 250 und 300 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei 38 bis 40 kg. Das Schaf ist anspruchslos, marsch- und pferchfähig.

Auf 4 ha grasen 30 Mutterschafe, zwei Böcke und zehn Jungschafe. Hinzu kommen weitere Flächen zum Nachweiden. Zur Hauptlammzeit in den Wintermonaten sind die Schafe im Stall.
Ende der 90er Jahre ging es für Wachtendorf erstmals zu einer Schau und das ist bis heute so geblieben: Der Hobbyzüchter ist immer wieder präsent, egal ob Kreistierschau, Deutsche Fuchsschafschau oder Bundesschau und auch auf Ausstellungen sind seine Tiere zu bewundern. Viele Tiere werden über Auktionen vermarktet und erstmalig verkaufte Wachtendorf voriges Jahr Coburger nach England.

Das dritte Mal ist er nun auf der Bundesschau dabei und scheut dabei auch nicht den großen Aufwand. Voriges Mal war er besonders erfolgreich: Bundessiegerbock, Bundessiegerschaf und Regionschampion. "Mehr geht nicht", freut sich Wachtendorf noch heute über seinen damaligen Erfolg. Trotzdem ist er auch dieses Mal wieder gerne dabei (auf eigene Kosten) und hofft auf ein gutes Abschneiden.  

Anlässlich der Grünen Woche in Berlin wird die Bundesschau Landschafe der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände stattfinden. Am 24. und 25. Januar zeigen 90 Züchter (darunter Wilfried Wachtendorf) 23 Landschafrassen im Vorführring der Halle 25. Der Schwerpunkt liegt auf Rassen aus der Küstenregion.

Während der gesamten Messe gibt es eine Dauerausstellung mit täglichen Hütevorführungen und Schafschurdemonstrationen sowie der Präsentation der Wollverarbeitung.    
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