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Öffentlichkeitsarbeit

Agrarblogger-Camp 2018: Gut vernetzt für die Öffentlichkeitsarbeit

Agrarblogger-Camp-Frankfurt
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
23.02.2018

Landwirtschaft in sozialen Medien und gute Vernetzung: Diese Themen standen beim Agrarblogger-Camp in Frankfurt obenan - mit 90 Teilnehmern und über 90 Handys.

Auch in diesem Jahr war das Agrarblogger-Camp wieder ein voller Erfolg. Als Treffpunkt wählte der Veranstalter AgChat Deutschland die Main-Metropole Frankfurt. Und wieder haben die Teilnehmer den Livechat von Auge zu Auge genossen: "Der direkte Austausch ist uns besonders wichtig", betonte Marcus Holtkötter vom Orga-Team. Auch wenn man sich häufig in den sozialen Medien "trifft".

Gemeinsam mit Nadine Henke (Brokser Sauen), Bernhard Barkmann (Landwirt und Blogger) und Rainer Winter (DLG) gründete er im vergangenen Herbst die AgChat – eine Initiative von und für Landwirte, die ehrenamtlich auf Sozialen Medien Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft betreiben.

Netzwerk für Agrarblogger

Agrarblogger-Frankfurt-Oeffentlichkeitsarbeit

Das Netzwerk untereinander werde ohnehin ständig gepflegt: "Wir tauschen Erfahrungen aus und geben uns auch gegenseitig Rückhalt, da wir bei unseren Aktivitäten im Netz doch regelmäßig auch negativen Reaktionen ausgesetzt sind", so Holtkötter.

Für die über 90 Teilnehmer des Agrarblogger-Camps 2.0 gab es am 22. und 23. Februar interessante Vorträge und Workshops zu Videodreh, Foto und dem eigenen Blog auf dem Programm.

Authentisch müssen wir sein

Nachfolgend einige Zitate aus den Beiträgen vom Agrarblogger-Camp 2018:

  • Dr. Reinhard Grandke, DLG: Die Zeit ist vorbei, wo wir zu landwirtschaftlichen Themen nur mit sachlichen Argumenten überzeugt haben. Heute kommt es darauf an, wie wir unsere Inhalte herüberbringen. Da ist es enorm wichtig, authentisch zu sein. Denn Verbraucher bauen eher Vertrauen zu jemandem auf, dessen Gesicht sie kennen, der ihnen seine Geschichte erzählt hat. Dazu sind die sozialen Medien sehr gut geeignet.
  • Matthias Süßen, Journalist und Dozent: Empfehlenswert ist es, als Agrarblogger mehrere soziale Medien für die Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Denn ein einzelner Kanal kann auch wieder aus der Mode kommen. Man sollte aber auch nicht zu viele Medien nutzen. Schließlich ist die eigene Arbeitszeit begrenzt. Es macht außerdem keinen Sinn, gleiche Inhalte auf vielen verschiedenen Kanälen zu veröffentlichen, denn jede Community tickt anders.
  • Marcus Holtkötter, Landwirt und Agrarblogger: Die Agrarblogger erbringen einen großen und wichtigen Teil der Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft. Wir sind glaubwürdig, hinter uns steht keine Agentur oder ähnliches, wir sind absolut echt und deshalb authentisch.
  • Medientrainer und -berater Prof. Matthias Michael: Wir brauchen wirksamere Kampagnen aus den Reihen der Landwirtschaft. Bei den NGOs gehört das längst zum Tagesgeschäft.
  • Bloggerin aus dem Publikum: Wenn man sich in den Medien öffentlich präsentiert, wird man auch angreifbar. Transparenz macht angreifbar. Nach dem ersten Shitstorm haben wir die Schlösser an unseren Stalltüren aufgerüstet. Aber diese Transparenz gibt uns auch ein Stück weit Schutz. Wir bekommen viel Unterstützung von Gruppen wie Landfrauen und der Feuerwehr.
  • Bloggerin aus dem Publikum: Die Diskussionen in den sozialen Medien sind unendlich wichtig, denn auch diejenigen, die sich nicht selbst äußern, lesen sie und lernen mit.

Es wird ein Agrarblogger-Camp 3.0 geben. Derzeit laufen Planungen zu einem internationalen Camp im Vorlauf der Eurotier 2018. Dort können dann Blogger aus ganz Europa, eventuell sogar aus aller Welt zusammenkommen.

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