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Handwerk

Arbeiten als Sattlerin: Ran ans Leder

Sattlerin Sabrina Humke bei der Arbeit
Vienna Gerstenkorn, LAND & Forst
am
24.01.2017

Emsiges Nähen in der Sattlerei von Sabrina Hunke in Borstel (Lkr. Diepholz): Hier hat Nané Remmert ihre Ausbildung zur Sattlerin gemacht und schon Preise gewonnen.

Sattlerin Nané Remmert bei der Arbeit an der Nähmaschine.

Sabrina Humke hat ihre Sattlerei in einem ehemaligen Hühnerstall in Borstel im Landkreis Diepholz eingerichtet: "Sabrinas Sattelstübchen" steht an einem kleinen Schild an der Backsteinmauer. Wer eintritt, steht mitten in der Werkstatt des Unternehmens von Sabrina Humke (35). Es riecht nach gegerbtem Leder, ein kleines Radio düddelt.

Rechts türmen sich Decken und Sättel auf einem Laufgitter. Links sitzt ein Kind in einem Hochstuhl. Ida, ein Jahr und zwei Monat alt, lacht mit zwei Zähnen und frechem Blick und versucht, einen Steigbügelriemen in den Mund zu stecken. Nané Remmert kriegt ihn gerade noch zu packen. Sie näht auf einer Pfaff-Nähmaschine an einem himmelblauen Babyschuh. Drei Jahre lang hat die 22-Jährige ihre Ausbildung zur Sattlerin im Stübchen von Sabrina Humke absoviert.

Sattlerei als Familienunternehmen

Die Chefin selbst steht an einer Werkbank und stopft Watte in einen Reitsattel. Neben ihr ein Babyfon. "Ole macht noch Mittagsschlaf", sagt sie. Der große Bruder von Ida ist zweieinhalb. Ein echter Familienbetrieb.

Gestartet hat Sabrina das Unternehmen vor elf Jahren. Der Reitsportladen, in dem sie ihre Ausbildung absolviert hatte, hatte zwar immer mal wieder Aufträge für sie, für eine Festanstellung reichte es aber nicht. Weil immer mehr Anfragen kamen, zog Sabrina vom Backhaus am Reitsportladen in den ehemaligen Hühnerstall auf dem Hof ihrer Eltern und gründete eine Ich-AG.Von hier aus passt sie Sättel an, repariert Trensen und Pferdedecken, näht Babyschuhe und fertigt Geschirre für Blindenhunde. "Im Prinzip nähe ich alles, was schwer oder groß ist", sagt Sabrina. Zelte, Planen, und manchmal ganz schön ausgefallene Dinge, wie Gurte für die Forensik.

Als Azubi in eine Sattlerei

Nané Remmert ist über den Reitsport hier gelandet. Sie reitet Dressur. "Meine Schwester Pia hat hier öfter mal etwas reparieren lassen und mir das Sattelstübchen empfohlen, als mein Realschulpraktikum anstand." Den zweiten Teil des Praktikums wollte sie in einer Werbeagentur machen. "Nach zwei Tagen stand ich wieder hier. Ich muss mit den Händen arbeiten, sehen, was ich geschafft habe“, sagt sie.

Sabrina Humke hat ihren Ausbilderschein gemacht, um eine Lehrstelle anbieten zu können. Die finde man als Sattler recht gut, später als Geselle werde es schwieriger, sind sich die beiden einig. Nané ist der Schritt gelungen, sie hat inzwischen eine Stelle bei Passier, einem großen Sattelhersteller in Langenhagen.

Über Nanés tollen Erfolge bei der Gesellenprüfung und beim Bundeswettbewerb der Sattler lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 04/2017 auf den Seiten 48 und 49. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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