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Hof- und Dorfleben

Ausspannen mit Auerochsen

von , am
20.08.2013

"Auerochsentag" im Solling mit vielen Aktionen: Am 25. August können Sie im Solling Taurusrinder bewundern, die den Auerochsen nachgezüchtet wurden.

Die Auerochsen - oder korrekter Taurusrinder - beweiden ganzjährig den Hutewald im Solling. © Linck

Im Solling wurde ein Hutewald installiert, Taurusrinder und Exmoorponys nutzen die 170 Hektar Fläche nachhaltig und verjüngen die lichten Eichenwälder. Eigentlich sind Auerochsen schon ausgestorben. Die Rasse wurde jedoch von den Brüdern und Zoodirektoren Prof. Lutz Heck (Berlin) und Heinz Heck (München)  durch die Rückkreuzung von verschiedenen Rinderarten wiederbelebt. Die heutige Zucht der Taurusrinder oder Aurox, wie die korrekte Bezeichnung lautet, entspricht mit ihrer Größe, dem Farbschlag und dem Milchmaul, vor allem aber mit dem wichtigsten Merkmal, einem Alstrich, exakt dem Urbild des Auerochsen.

Robuste Rassen

Die Tiere sind genügsam und bleiben ganzjährig im Freien, sie beweiden den Hutewald. Zusätzlich leisten auch die Exmoorponys durch die ganzjährige Beweidung der Waldflächen ihren Beitrag zum Arten- und Biotopschutz. Diese aus England stammende Pferderasse ist robust und eher wild.

Am Sonntag, den 25. August, findet der alljährliche "Auerochsentag" mit vielen Aktionen statt. Die Gastronomie bietet zahlreiche Köstlichkeiten aus dem Fleisch der Tiere an. Die Taurusrinder, liefern ein hochwertiges urgesundes Fleisch in der Geschmacksnuance von Rind oder Wild. Die extensive und artgerechte Weidetierhaltung, sowie die Fleischverarbeitung in einer traditionellen Landschlachterei vor Ort, sorgen für den Erhalt des Waldes in seiner ursprünglichen Form. Die Verbraucher leisten durch den Verzehr des Fleisches einen Beitrag zum Erhalt der seltenen Rasse. Die Abschüsse und eine entsprechende Vermarktung bringen notwendig benötigtes Geld in die Kasse.


Doch nicht nur an diesem Tag können Besucher den Hutewald erkunden. "Schauen, Spielen und Verweilen" - unter diesem Motto präsentiert sich der Naturpark Solling-Vogler generell mit dem speziellen Bereich Hutewald. Hier arbeiten Landwirte und Landesforst in einer Weidegenossenschaft zusammen.  Leiter der Naturpark-Geschäftsstelle ist Kurt Hapke, Projektleiter Hutewald ist Frank Grajewski. 14 Forstreviere mit etwa 130 Mitarbeitern gehören zu diesem Teil der Niedersächsischen Landesforsten. Neben dem Hutewald gibt es ein Schaugehege, einen Wildpark mit heimischen Tierarten und das Waldparkhaus am Ortsende von Neuhaus. Hier finden Besucher Informations- und Kartenmaterial. Auch Behinderte können ohne große Mühen die Tiere anschauen und die ganze eigene Konstellation des Hutewaldes erleben.

Viele Attraktionen


Projektleiter Frank Grajewski weist zudem auf Attraktionen außerhalb des Hutewaldes hin: "Man kann archäologische Kostbarkeiten wie das Mittelalterhaus und Grabungen zur Wüstung Schmeesen entdecken. Wer Mountainbike-Fahrer ist, kann außerdem an geführten Touren durch den rund 500 Quadratkilometer großen Naturpark Solling teilnehmen."
Es gibt viel zu sehen und erleben in dem Bereich zwischen Göttingen, Bad Karlshafen, Holzminden und Nordheim. "Immer aber weise ich auf das Hutwaldprojekt hin, es ist eine Besonderheit, die wir gerne unseren Besuchern zeigen", sagt Grajewski.


Landwirtschaft, Forst und Naturschutz arbeiten intensiv und im Einklang miteinander. Das Hutewaldprojekt hat gezeigt, dass Landwirtschaft, Freizeitgestaltung und Naturerleben mit jagd- und forstwirtschaftlichen Belangen gut kombinierbar ist. Seit 1999 wurden im Hutewald etwa 300 bedrohte Tier- und Pflanzenarten die in der Roten Liste aufgeführt sind, entdeckt. Der Hutewald ist ein lohnenswertes Ausflugsziel, Lern- und Erlebnisbereich, der in Niedersachsen einzigartig ist.


Nähere Auskünfte erteilt die Naturpark-Geschäftsstelle unter der Rufnummer 05536-1313 oder per E-Mail naturpark-solling-vogler@t-online.de. Auf der Homepage www.naturpark-solling-vogler.de gibt es zudem umfangreiche Informationen.

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