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Hof- und Dorfleben

Dieser Berufsnachwuchs ist Spitze!

von , am
09.04.2013

Die heutige Jugend ist unmotiviert und kann nichts? Mit diesem Vorurteil räumten die Teilnehmer am Berufswettbewerb der Landjugend komplett auf.

Am vergangenen Wochenende ermittelten rund 100 angehende Land- und Forstwirte sowie Hauswirtschafterinnen ihre Besten. Sie traten unter dem Motto "Grüne Berufe sind voller Leben - Zukunft braucht Nachwuchs" in Cloppenburg zum Landesentscheid an.Unter freiem Himmel und den Augen der Öffentlichkeit absolvierten die angehenden Forstwirte ihre praktischen Tests. Bei ihnen fielen zahlreiche Holzmasten und -scheiben beim Fäll-, Präzisions- und Kombischnitt. So mussten sie beispielsweise einen Holzstamm von 30 Zentimetern Durchmesser und gut fünf Metern Länge so fällen, dass er zielgenau auf den mittleren von drei Pflöcken aufschlug. Und das Ganze mit einer Zeitvorgabe von 60 Sekunden.

An anderer Stelle warteten zwei liegende Holzstämme parallel zueinander auf jeweils einem mit Sägemehl bedeckten Brett. Diese sollten die Prüflinge in maximal 40 Sekunden für eine gleichmäßig breite Scheibe zwischen 30 und 80 Millimeter Stärke möglichst weit (Präzisionsschnitt) einschneiden, ohne dass die Sägekette das darunter liegende Brett berührt. Der perfekte Kombinationsschnitt musste dagegen an zwei schräg hochgelegten Stämmen gezeigt werden. Von jedem Stamm mussten innerhalb von 40 Sekunden jeweils 30 und 80 Millimeter starke Scheiben geschnitten werden, die Unter- und Oberschnitte mussten dabei möglichst exakt geführt werden.

Andere Aufgaben wie das Wechseln einer Motorsägenkette, die Pflanzung von Bäumen oder das Bestimmen von Schadbildern rundeten die praktische Prüfung ab. Wie in allen Berufssparten wurde aber auch das Wissen in der Theorie überprüft, dabei mussten Fragen zur Berufstheorie, Rechnen und Allgemeinwissen beantwortet werden.

Knifflige Aufgaben in Theorie und Praxis lösen

Die knapp 50 zukünftigen Landwirte absolvierten ihren Wettbewerb auf dem Hof der Familie Möller im Ortsteil Bethen. Der Wettbewerb in der Landwirtschaft gliedert sich in zwei Bereiche, die Landwirtschaftssparte I/ Auszubildende und Sparte II/ Fachschüler, die den Wettbewerb als Zweier-Team durchlaufen.

Die angehenden Landwirte mussten in der praktischen Prüfung beispielsweise Beleuchtungskabel an einem Anhänger reparieren, Reifen wechseln und Futtermittel sowie Werkzeuge bestimmen. Die Tierwirte beurteilten Rinder oder Schweine, bauten eine Tränke oder zogen einen Zaun auf einer Weide.

Bei den Landwirten gilt die Praxis als besonderer Schwerpunkt. Bewertet werden hier die Maßgenauigkeit, der Gesamteindruck, unfallverhütendes Arbeiten und die Ordnung am Arbeitsplatz, aber auch die Effizienz von Teamarbeit. Da die Außendarstellung der Landwirtschaft als zunehmend bedeutend angesehen wird, mussten die Teilnehmer in einem weiteren Wettbewerbsteil zudem ein fachliches Thema ansprechend präsentieren.

Gute Vorbereitung für den Beruf

Köstlich duftete es in der Schulküche der BBS am Museumsdorf. Hier stellten die 26 Teilnehmerinnen in der Hauswirtschaft ihr Können unter Beweis. Sie kreierten jeweils ein dreigängiges Menü, backten Kuchen und bereiteten Snacks und Getränke für den ?kleinen Hunger? zu. Zudem mussten sie eine Tafel ansprechend dekorieren, haushaltstechnische Fragen beantworten und eine Präsentation zu einem fachlichen Thema ist halten. Die Richterinnen bewerteten neben dem Geschmack der zubereiteten Speisen unter anderem auch die Vorbereitung, die Einhaltung der Hygienemaßnahmen, den fachgerechten Umgang mit den verwendeten Lebensmitteln und die ansprechende Präsentation der fertigen Gerichte. Denn nicht nur die Richterinnen und der Berufsverband sind der Überzeugung, dass Hauswirtschaft mehr ist als ?nur? Kochen. Vielmehr ist sie ein Dienstleistungsberuf, in dem auch eine exakte Kostenkalkulation, eine gute Einkaufsplanung und Organisationstalent sowie Teamfähigkeit gefragt sind.

Mit Teamgeist und Wissen punkten

Wo ein Wettbewerb ist, gibt es auch eine Siegesfeier. In Cloppenburg musste sogar niemand der Teilnehmer mit leeren Händen nach Hause gehen. Zur Siegerehrung beehrten sich neben dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer und dem Präsidenten des Landvolkes Niedersachsen , Werner Hilse, auch der Vizepräsident der niedersächsischen Landesforsten, Klaus Jänisch, und der stellvertretende Landrat des Landkreises Cloppenburg , Antonius Lamping. Alle lobten die jungen Teilnehmer für ihre Wettbewerbsteilnahme und ihre erbrachten Leistungen.

Schließlich hatten sie sich unter rund 3.400 Teilnehmern der ersten Runde in den immer enger werdenden Maschen des Wettbewerbs für eine Teilnahme am Landesentscheid qualifiziert. Bundesweit waren sogar insgesamt mehr als 10.000 junge Land-, Tier-, Forstwirte sowie Hauswirtschafterinnen und Weinbauern zum Kreisentscheid angetreten. Der seit 1953 alle zwei Jahre organsierte Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend ist damit eines der größten Fort- und Weiterbildungsprojekte Deutschlands. Die finale Runde, der Bundesentscheid, findet vom 3. bis 7. Juni im bayerischen Würzburg statt.

Weitere Informationen und Termine zum Landjugend-Berufswettbewerb in Niedersachsen gibt es im Internet auf der Homepage www.berufswettbewerb-niedersachsen.de.
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