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Damwild

Bio-Wildhaltung: Wild auf Wild

Damwild auf Wiese
Christian Mühlhausen/red/Birgit Greuner/LAND & Forst
am
25.10.2016

Jan und Christiane Teerling lieben Jagd und gutes Essen. Mit Damwildhaltung und Hofladen machten sie ihre Hobbys auf dem Mühlengut Voldagsen in Einbeck zum Beruf.

Auf dem Mühlengut Voldagsen in Einbeck ist der September im Damwildgehege von Familie Teerling immer der "Erntemonat". Jan Teerling streift sich seinen Kettenhandschuh über die linke Hand, in der rechten führt er das Messer. "Dann woll´n wir mal." Jeder Handgriff sitzt, innerhalb von wenigen Minuten zerlegt er das in seinem Schlachtraum hängende Stück Damwild in bedarfsgerechte Einzelteile.

Das ganze Stück Wild zerlegen

Fünf Tage reifte der Schlachtkörper im hofeigenen Kühlhaus. Jetzt liegt das Fleisch hier auf dem Tisch, fein säuberlich ausgebreitet in seine Einzelteile. Teerling ist zufrieden: "Vor einem ganzen Stück Wild haben die meisten Verbraucher Angst. Aber so aufbereitet können sie damit arbeiten." Zuvor wartet noch etwas Arbeit auf ihn: Filets und der Rücken sind zwar bratfertig, die Keule muss aber noch zerteilt und die Knochen müssen ausgelöst werden.

Damwild im September geschlachtet

Aus den Vorderblättern und dem Hals wird Gulasch oder Fleisch für die Wurst gewonnen. Schon bald werden die Produkte im benachbarten Hofladen zu kaufen sein. Im September wird immer das geschlachtet, was nicht zum weiteren Bestandsaufbau benötigt wird.

Jan und Christiane Teerling haben ihre Begeisterung für Jagd, Natur und gutes Essen zum Beruf gemacht. Seit 2001 leben sie auf dem Mühlengut Voldagsen und betreiben unter dem Namen „Landgenuss“ eine Damwildhaltung mit Hofladen.

Gemeinsam im Schlachtraum

Während sich Jan Teerling (45) um das Wild und die Verarbeitung kümmert, ist seine Frau für Hofladen und Büro verantwortlich. Oft stehen sie aber auch gemeinsam im Schlachtraum.

Denn auch der 42-Jährigen ist das Fleischerhandwerk quasi in die Wiege gelegt worden: Aufgewachsen in einer Wurstfabrikantenfamilie in Mönchengladbach kam sie schon als Kind mit der Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren in Kontakt.

Familienrezepte von 1904

"Einige Familienrezepte, die wir heute verwenden, stammen aus dem Jahr 1904!", sagt Christiane Teerling. Das Ehepaar verbrachte 2012 und 2013 einige Zeit in Neuseeland – und hatte dort großen Erfolg mit dem Verkauf von farmeigenem Wild und hausgemachten deutschen Bratwürstchen. Doch der Tod von Christiane Teerlings Vater brachte die Familie wieder zurück nach Südniedersachsen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 43/2016 auf den Seiten 52 bis 54. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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